Polen: Ombudsfrau will Homosexuellen Arbeit mit Kindern verbieten

28. März 2007, 12:36
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Laut Umfrage sind 55 Prozent der Polinnen und Polen für ein solches Verbot - Vizeministerin entschieden gegen Stoßrichtung

Warschau - Die polnische Ombudsfrau für Kinder, Ewa Sowinska, hat sich für die Erstellung einer Liste von Berufen ausgesprochen, die Homosexuellen verwehrt sein sollen. Das Verbot soll nach Meinung Sowinskas LehrerInnen, SporttrainerInnen und Kunstpädagoginnen und -pädagogen betreffen. Dies sagte die Ombudsfrau im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten der national-konservativen Webseite prawy.pl. Demnach sollen Schwule und Lesben "absolut keinen" Umgang mit Kindern in Kindergärten und Schulen haben.

Orzechowskis Entschuldigung

Ähnliche Vorschläge trug vor Kurzem der Vizeminister für Bildung Miroslaw Orzechowski von der national-katholischen Liga Polnischer Familien (LPR) an die Öffentlichkeit. Er appellierte, dass Homosexuelle den Lehrerberuf nicht ausüben sollten. Nach einer Welle der Kritik in den Medien entschuldigte sich Orzechowski für seine Aussagen; er erklärte, dass er missverstanden worden sei.

Meinungskonform

Die Forderungen der Ombudsfrau sind allerdings im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der polnischen Gesellschaft. Laut einer Umfrage des Instituts PBS DGA, welche die "Gazeta Wyborcza" kürzlich veröffentliche hat, sind über die Hälfte der Polen (55 Prozent) der Auffassung, dass Homosexuelle keine LehrerInnen sein dürften. 41 Prozent der Befragten sahen dafür kein Hindernis.

"Widerspricht der Gleichheitsidee"

Die Vizeministerin für Arbeit und Sozialpolitik Joanna Kluzik-Rostkowska von der rechtkonservativen Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) wies die Idee eines Berufsverbots für Schwule und Lesben zurück: "Eine solche Liste widerspricht der Gleichheitsidee." Sie finde den Gedanken mit der Liste "absurd", sagte sie gegenüber der Tageszeitung "Dziennik". Kluzik-Rostkowska betonte aber, dass Erwachsene, abgesehen von ihren sexuellen Präferenzen, bei keiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ihre Sexualität demonstrieren dürften. (APA)

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