GRAS fordert "gelebten Feminismus" an der Uni

16. April 2007, 16:37
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Spitzenkandidatin präsentiert: Die 22-jährige Fanny Rasul tritt für die studentischen Grünen bei der ÖH-Wahl 2007 an

Wien - Die Grünen & Alternativen StudentInnen (GRAS) haben am Mitwoch ihre Spitzenkandidatin präsentiert. Die 22-Jährige Politikwissenschaftstudentin Fanny Rasul steht bei den ÖH-Wahlen 2007 in der ersten Reihe, nicht ungewohnt für die gebürtige Kurdin aus dem Irak, ist sie doch schon seit ihrer Schulzeit politisch aktiv. Sie war Schulsprecherin, Teil des SchülerInnenparlaments und ist seit 2005 bildungspolitische Referentin der ÖH.

Erste Kernforderung von Rasul

Rasul ging bei einer Presskonferenz am Mittwoch gleich in medias res und forderte in Richtung Bundeskanzler: "Herr Gusenbauer, lassen sie die bis Wintersemester 07/08 befristeten Zugangsbeschränkungen auslaufen. So kann die SPÖ beweisen, dass ihr die Probleme der Studierenden genau so am Herzen liegen wie der ÖVP die Abschaffung der Erbschaftssteuer!"

Der Paragraph 124b im Universitätsgesetz, welcher die Beschränkung des Zuganges für Studierende zu acht Studienrichtungen regelt, wird 2008 - gleich wie die Erbschaftssteuer dieses Jahr - auslaufen. "Dies wäre eine gute Gelegenheit für die SPÖ, einmal nicht umzufallen: aussitzen heißt die Devise", meinte die GRAS-Spitzenkandidatin. "Auch wenn es die Sozialdemokratie scheinbar vergessen hat: Bildung ist ein öffentliches Gut und muss für Alle zugänglich sein", so Rasul.

Kernpunkte im GRAS im ÖH-Wahlkampf

Rasul präsentierte auch die Kernpunkte der GRAS im ÖH-Wahlkampf: Gegen Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen lautet die Devise. Bildung und Universitäten seien keine Ware und die Studierenden keine KonsumentInnen. Zudem fordert die GRAS das passive Wahlrecht für alle Studierenden, eine Abschaffung der doppelten Studiengebühren für Studierende aus nicht EWR-Ländern und den Zugang zum Arbeitsmarkt für alle Studierenden. Auch Geschlechtergerechtigkeit nimmt einen Kernpunkt im Programm ein: Geht es nach der GRAS, sollen mehr Frauen in Entscheidungsgremien und Positionen der Universitäten. Die GRAS fordert "gelebten Feminismus an der Universität", um dem Androzentrismus in der Lehre ein Ende zu setzen. Zuletzt sieht das Prgramm noch eine Verlängerung der Bezugsdauer von Stipendien und Beihilfen sowie ein Abschaffen der Studiengebühren vor. (red)

  • Fanny Rasul ist seit ihrer Schulzeit politisch aktiv.
    foto: standard/corn
    Fanny Rasul ist seit ihrer Schulzeit politisch aktiv.
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