Keuschheitsgürtel für "gefährliche" Frauen?

28. Juli 2000, 10:16

und den gefährlichen Kampfhundbesitzern einen Beißkorb

Einen "neuen Rassismus" in der Diskussion um Kampfhunde ortete der Verein gegen Tierfabriken (VgT) am Dienstag. Der Verein wehrt sich gegen eine generelle Beißkorb- und Leinenpflicht, mit folgendem Argument: "Sollen in Zukunft alle Frauen einen Keuschheitsgürtel tragen müssen, weil es immer wieder zu Vergewaltigungen kommt?"

Wenn Frauen - die durch ihre "Zucht"-Erscheinung eine Gefahr für den Mann darstellen - keinen Keuschheitsgürtel zum Schutze der Triebbeherrschung der Männer von ihren "Haltern" verpasst bekommen; warum sollen dann Kampfhunde einen Beißkorb über die Schnauze geschnallt bekommen? Deren "Zucht"-Erscheinung ist ja friedlicher Natur: "Nicht eine bestimmt Rasse macht einen Hund gefährlich, sondern zu 99 Prozent die Art und Weise wie er aufgezogen, abgerichtet und behandelt wurde", stellt der Verein richtig. Deshalb soll Menschen, "die nicht über die charakterliche Eignung verfügen, einen Hund sicher zu führen", die Haltung bei schweren Strafen untersagt werden.

Den Beißkorb für Kampfhundbesitzer und den Keuschheitsgürtel für die "Besitzer" von Frauen - für eine friedliche, tierliebende Gesellschaft? Einen Zitronencocktail für derart abstruse sexistische Assoziationen zum Thema Hundehaltung.

(pd)

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