Geldstrafe für Stadt Straßburg nach Gewitterdrama mit 13 Toten

28. März 2007, 17:41
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Die Stadtverwaltung habe grob fahrlässig gehandelt und Gewitterwarnungen missachtet

Straßburg - Im Prozess um ein Gewitterdrama mit 13 Toten vor sechs Jahren ist die Stadt Straßburg zu 150.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Die Stadtverwaltung habe grob fahrlässig gehandelt und Gewitterwarnungen missachtet, hieß es in dem Urteil des Landgerichts am Dienstag in Straßburg. Das Strafmaß entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft, die allerdings unter dem möglichen Höchstsatz von 225.000 Euro geblieben war.

Am 6. Juli 2001 hatte ein Sturm in einem Park der Stadt einen gewaltigen Baum entwurzelt, der viele Zuschauer eines Freilicht-Konzerts unter sich begraben hatte. 13 Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt.

Die Angehörigen der Opfer, von denen viele Lähmungen und unheilbare gesundheitliche Schäden erlitten haben, äußerten sich zufrieden. Die Verantwortung der Stadt sei klar erkannt worden, sagte eine Sprecherin der Angehörigen.

Während des dreiwöchigen Gerichtsverfahrens hatten die Anwälte der Stadt jede Verantwortung zurückgewiesen und darauf gepocht, dass sich die Stadt nicht strafbar gemacht habe. Der Sturm sei "außergewöhnlich" und "nicht vorhersehbar" gewesen, sagte der Anwalt Bernard Alexandre. (APA/dpa)

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