Eigenbeleg

27. März 2007, 19:08
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Der Begriff "Eigenbeleg" ist vielen Steuerberatern, Firmen-Controllern, Finanzbeamten und (meist selbstständigen) Steuerzahlern recht vertraut. Er bedeutet, dass jemand über eine Ausgabe einen Beleg erstellt ("z. B. 100.000 Euro für brasilianische Prostituierte für VW-Betriebsräte") und den entweder zunächst bei der eigenen Firmenbuchhaltung oder gleich beim Finanzamt einreicht - und hofft. Dass das von der Steuer als Betriebsausgabe anerkannt wird.

Das ist nicht unmöglich, aber auch nicht sehr häufig. Wenn es in den Unterlagen zu einer Steuererklärung eine auffällige Häufung von Eigenbelegen gibt, dann drängt sich auch dem wohlwollendsten Steuerbeamten die Frage auf, ob diese Ausgaben auch tatsächlich getätigt wurden und das Geld nicht anderswohin geflossen ist.

Im Steuerakt des Ehepaares Rumpold wimmelt es angeblich von Eigenbelegen im Zusammenhang mit Leistungen für den 6,6-Millionen-PR-Auftrag für den Eurofighter. Ist auch irgendwie plausibel, wenn man eine so riesige Summe nur teilweise anhand von Inseratenbuchungen usw. belegmäßig abdecken kann. Mal sehen, was da vor dem "Volksgerichtshof" (Herr Rumpold über den U-Ausschuss) herauskommt. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.3.2007)

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