"Die gewisse Leichtigkeit": Neues Fanta4-Album "Fornika"

3. April 2007, 18:02
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Auf Vorarlberger Berghütte "gearbeitet von morgens bis abends - und dazwischen ein bisschen golfen..." - Zischen Ironie, Niveau und Klamauk mit Grönemeyer, Münchner Freiheit und Falco

Wien - Die Fantastischen Vier blicken im 18. Jahr seit der Gründung der Formation auf mehr als 650 Konzerte und über sechs Millionen verkaufte Tonträger zurück. "Es gibt bestimmt Leute, die machen in zwei Jahren 650 Konzerte", relativiert Thomas D im Gespräch mit der APA in Wien grinsend. "Aber für uns ist das eine Statistik, auf die wir schon stolz sind mittlerweile." Dass es nun mit "Fornika" wieder gelungen sei, mit einem neuen Album sich auch wieder ein wenig selbst neu zu erfinden, mache aber schon stolz, bestätigt Beat-Meister AndYpsilon. Ab 6. April ist "Fornika" in Österreich im Handel erhältlich.

Es ist das siebente Album in der Karriere der vier deutschen HipHopper, und schon auf dem Vorgänger-Album "Viel" hatte man einen gereifteren, ironisch distanzierteren Ton gemerkt. Sind Songs vom alten Album übrig geblieben, dass es nun so schnell ging mit der neuen Platte? "Wir sind eine Band, die nie Überschuss produziert", so Thomas D, "dazu sind wir viel zu kritisch, was unsere Lieder betrifft." Stattdessen merkt man schon bei der vorab erschienenen Single "Ernten was wir säen", wie gerne sich die Fantastischen Vier stets neu ausprobieren und auch immer wieder Ausflüge in andere Genres wagen. "Wir hatten da eigentlich nie vorgefertigte Grenzen."

Entstanden ist "Fornika" unter anderem auf einer Berghütte in Egg in Vorarlberg. "Ja, es ist herrlich dort. Eine Freundin von uns hat dort ein Ferienhaus mit einem alten Schießstand, und es hat uns beim letzten Album schon so viel gebracht, fernab von der Zivilisation die nötige Freiheit im Kopf zu haben und Ideen reifen zu lassen - und es hat auch dieses Mal wieder gut funktioniert." Wie läuft denn da der kreative Prozess? AndYpsilon: "Alle starren in die Laptops rein, Beat unterm Kopfhörer - da wird einfach gearbeitet, gearbeitet und noch mal gearbeitet, von morgens bis abends. Und dazwischen ein bisschen golfen..."

Dass der Spaß nicht zu kurz kommt, wird nicht zuletzt beim Song "Nikki war nie weg" klar: Bezüge zu Falco und Eminem wechseln sich mit Neue Deutsche Welle-Versatzstücken ab, und im Text geht es unter anderem um Niki Lauda und Paris Hiltons Schwester Nikki. "Wir nehmen's nicht mehr so ernst", meinte Thomas D lapidar. Und AndYpsilon ergänzt: "Ich denke, wir wissen inzwischen schon ganz genau, was wir tun - da ist eine gewisse Leichtigkeit." Tatsächlich klingen die Fantastischen Vier so entspannt wie noch nie, Ironie und Selbstironie wechseln sich gemütlich ab, Niveau und Klamauk liegen stets nahe beieinander - und Gäste wie Herbert Grönemeyer und die Münchner Freiheit runden das gelungene Album ab.

Im Sommer sind Fanta4 beim "Nuke"-Festival (13./14. Juli) dabei, und auch im Zuge der Herbst/Winter-Tour sind Termine in Österreich geplant. Für die fernere Zukunft freuen sich Thomas D und Co. auf das 20-jährige Jubiläum in zwei Jahren: "Ich glaube, ich werde noch am Leben sein und mache noch ein zweites Kind - und ich glaube, wir machen auf jeden Fall etwas Tolles zum 20-Jährigen." Und AndYpsilon: "Davon kann man mit Sicherheit ausgehen. Was das genau sein wird, da haben wir aber noch keine Ahnung." (APA)

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    foto: die fantastischen vier
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