Mutter droht die Trennung vom Baby

28. April 2007, 16:46
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Dominik ist Österreicher wie sein Vater - Durch das neue Fremdenrecht könnte er die Mutter verlieren

Klagenfurt – Dominik S., gerade einmal vier Tage alt, könnte schon bald seine Mutter verlieren. Vater Christian ist Österreicher, die Mutter – sie stammt aus einer zentralasiatischen Diktatur – Asylwerberin. Dominik ist ebenfalls Österreicher. Seiner Mutter droht die Abschiebung. Seit rund zwei Jahren liegt ihr Berufungsverfahren beim Unabhängigen Bundesasylsenat (UBAS). Ein weiterer Verhandlungstermin wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach dem verschärften Fremdenrecht reicht die Heirat für ein Niederlassungsrecht nicht mehr. Entscheidet auch der UBAS negativ, muss die ausgebildete Gynäkologin und Juristin, die vier Sprachen fließend beherrscht, binnen zwei Wochen das Land verlassen. "Paradox", meint Christian S.: "Eine Asylanwerberin gebiert einen österreichischen Staatsbürger. Aber laut Fremdenrecht könnte sie sich ja einen Aufenthaltstitel erschleichen." Mehr Integration als ein gemeinsames Kind sei ja wohl nicht möglich, meint S. Der binationalen Familie stünde zwar Kindergeld zu, bezugsberechtigt wäre aber nur der Vater und auch das nur, wenn er unter der Zuverdienstgrenze von jährlich 14.000 Euro brutto bleibt . Damit würde S. aber das Netto-Mindesteinkommen von 1091 Euro unterschreiten, das die Voraussetzung dafür ist, dass seine Frau bei ihm leben darf.

"Sie können nur den Asylbescheid abwarten oder mit einem im Inland gestellten Niederlassungsantrag bis zum Verfassungsgerichtshof gehen", weiß Angela Magenheimer von der Initiative "Ehe ohne Grenzen": Denn stellt Frau S. diesen von einem Drittstaat aus, muss sie ihren Asylantrag zurückziehen und kann dann als "Illegale" sofort abgeschoben werden. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD - Printausgabe, 28. März 2007)

  • Dominik könnte seine Mutter verlieren.
    foto: privat

    Dominik könnte seine Mutter verlieren.

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