Forscher wenden sich gegen "klimafreundliche" Atomkraft

31. März 2007, 17:18
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Bericht: Uranknappheit und Auswirkungen auf die weltweite Sicherheit machen Nuklearenergie zu keiner guten Option

London - Atomkraft ist britischen Wissenschaftern zufolge kein geeignetes Mittel, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Zunehmende politische Forderungen nach mehr Kernenergie seien irreführend und wahrscheinlich in höchstem Maße gefährlich, hieß es in dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht "Energiesicherheit, zivile Atomkraft, Sicherheit und globale Erwärmung" einer Oxforder Forschergruppe.

Stichwörter Ressourcenknappheit und Sicherheit

Weil nicht genügend Uran verfügbar sei, würden sich Atommächte wahrscheinlich für die Wiederaufbereitung des Stoffes entscheiden, um ausreichend Plutonium zu erhalten.

Die vermehrte Aufarbeitung und der verstärkte internationale Handel schafften auch mehr Möglichkeiten für kriminelle Gruppierungen, an waffenfähiges Material zu gelangen, hieß es in dem Bericht weiter. Überdies setze die Gewinnung von Uran sehr viel Kohlendioxid frei, auch wenn die Atomkraftwerke selbst nur wenig emittierten.

Es müssten noch tausende Anlagen gebaut werden, um einen zählbaren Erfolg im Kampf gegen den Klimawandel zu erreichen. "Atomkraft kann keinen bedeutenden Beitrag bei der weltweiten Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen leisten, dagegen wären aber Auswirkungen auf die weltweite Sicherheit, die Risiken katastrophaler Konflikte oder des Terrorismus für alle ersichtlich", schrieben die Wissenschafter.

"Schlechteste Idee"

Das Vorwort des Berichts verfasste der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Er bezeichnete die verstärkte Nutzung der Atomkraft als schlechteste Idee, da sie unkontrollierbar sei. Umweltschützer fordern, statt auf Kernkraft auf erneuerbare Energien zu setzen: Wasser-, Wind- und Sonnenkraft seien besser und sauberer.

Wissenschafter erwarten einen Temperaturanstieg von bis zu vier Grad Celsius für dieses Jahrhundert. Sie machen Treibhausgase dafür verantwortlich, die vor allem bei der Verbrennung fossiler Kraftstoffe wie Kohle entstehen. (APA/Reuters)

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    Klimafreundliches Postkartenidyll der Zukunft? Nein, sagen britische Forscher.

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