Österreichische ACP setzt weiter auf Expansion in Deutschland

10. April 2007, 18:23
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Durch Akquisitionen Aufstieg unter Top-15 IT-Unternehmen in Deutschland - Kernmärkte bleiben Österreich und Süddeutschland - Vorerst kein Börsengang vorgesehen

Das österreichische IT-Unternehmen und Systemhaus ACP ist weiter auf Expansions- und Wachstumskurs. Bereits im April sollen Mitarbeiter starke Unternehmen im süddeutschen Raum akquiriert werden, erklärte ACP-Geschäftsführer Stefan Csizy heute, Dienstag, am Rande eines vom Aktienforum veranstalteten "M&A-Lunchs" in Wien gegenüber der APA. Ein wiederholt kolportierter Börsegang ist derzeit offenbar nicht geplant.

Unter die Top 15-Firmen im IT-Bereich

"Durch die bevorstehenden Akquisitionen kommen wir in Deutschland unter die Top 15-Firmen im IT-Bereich", so Csizy. Schwung für die weitere Expansion verleiht die anhaltend positive Umsatzentwicklung. 2006 wurde im Vergleich zum Kalenderjahr 2005 ein Wachstum von rund neun Prozent erzielt. Mit rund 35 Prozent ist das Unternehmen laut Csizy heimischer Marktführer. Derzeit wird der Bilanzstichtag umgestellt, die aktuellen Geschäftszahlen sollen darum am 31. März vorliegen. Für 2008 erwartet sich der Geschäftsführer ein "großes Umsatzplus von mindestens 15 bis 20 Prozent".

Stoßrichtung

Auf das bisherige Kerngebiet von ACP in Österreich und Süddeutschland konzentriert sich auch die zukünftige Stoßrichtung. "Baden-Württemberg und Bayern haben gemeinsam 34 bis 37 Prozent des deutschen IT-Marktes inne. Wertmäßig ist dies das Vierfache des österreichischen Marktes", rechnet Csizy vor. In Osteuropa wolle man demgegenüber in näherer Zukunft nur "ein bisschen was" versuchen.

Die Entscheidung, die schweizerische Beteiligungsgesellschaft Capvis, die im Vorjahr mit 60 Prozent bei ACP eingestiegen ist, an Bord zu holen, beurteilt Csizy positiv: "Ein reines Beratungsunternehmen hätte uns nicht weitergebracht."

Kritik

Aktienforum-Geschäftsführer Markus Fichtinger hob die positiven Effekte von Private Equity auf die Wirtschaft hervor und sparte nicht mit Kritik an politischen Äußerungen der letzten Tage, die eine ausländische Übernahme von Böhler-Uddeholm verurteilten. Mit Verweis auf eine Studie des Wifo vom Vorjahr würden Unternehmen, die durch Private Equity finanziert sind, um rund 70 Prozent mehr wachsen als andere.

Eher vorsichtig äußerten sich die Unternehmenspartner zum Thema Börsengang, wie er im Zusammenhang mit ACP bereits vor Jahren im Raum stand. Vorerst will man sich bei ACP darauf konzentrieren, "die IPO-Fähigkeit zu erreichen", sagte Csizy. Auch Capvis-Principal Ueli Eckhardt sieht zunächst die "Weiterentwicklung" des Unternehmens als vorderstes Ziel, damit es nach einem Rückzug des Kapitalgebers auch alleine erfolgreich sein kann.

Am PC-Markt sieht der ACP-Geschäftsführer im Gegensatz zu reinen Hardware-Produkten vor allem den Storage-Markt, Dienstleistungen und lösungsorientierte Ansätze für die Kunden auf dem Vormarsch. Hier sei man in Österreich noch "meilenweit vom Möglichen entfernt", meint Csizy und führt hier in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen ins Treffen, die IT-mäßig noch riesiges Potenzial aufweisen würden.

Holding

Die ACP-Gruppe ist in Form einer Holding in zahlreichen Tochtergesellschaften in Österreich und Deutschland organisiert und beschäftigt laut eigenen Angaben derzeit knapp 700 Mitarbeiter. Das 1993 gegründete Unternehmen verfügt mit Stand 2005 über 23 Niederlassungen in Österreich und vier in Bayern. Der Umsatz 2005 betrug 283,4 Mio. Euro.(APA)

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