Kärnten: Waghalsige Rettungsaktion für Snowboarder

28. März 2007, 17:41
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16-Jähriger an den Händen in schwebenden Hubschrauber gezogen

Klagenfurt - Eine waghalsige Rettungsaktion, verbunden mit großem fliegerischen Können eines Hubschrauberpiloten, wurde Montagabend im Kärntner Skigebiet Ankogel (Bezirk Spittal/Drau) durchgeführt: Ein 16-jähriger Tscheche, der mit seinem Snowboard über einen lawinengefährdeten Hang gefahren und sich im Nebel verirrt hatte, wurde an den Händen in einen knapp über dem Boden schwebenden Helikopter gezogen und auf diesen Weise gerettet. In der Dunkelheit hätte ihm sonst der Absturz über den steilen Hang gedroht.

Laut Polizeiangaben fuhr der aus Skutec in Tschechien stammende Schüler mit seinem Snowboard abseits der gesicherten Piste bei Nebel und Schneefall auf einer lawinengefährdeten Abfahrt Richtung Seebachtal. Gegen 16.50 Uhr erstattete der Vater die Abgängigkeitsanzeige. Es folgte eine groß angelegte Suchaktion, an welcher der Hubschrauber des Innenministeriums, die Alpine Einsatzgruppe der Polizei, zwei Diensthundeführer, die Bergrettung ein Arzt, zwei Feuerwehrmänner und zwei Bedienstete der Ankogelbahn beteiligt waren. Weil wegen der schlechten Witterungsverhältnisse vorerst kein Suchflug möglich war, wurden fünf Mann vom Hubschrauber unterhalb der Nebelgrenze abgesetzt, wo sie die Suche nach dem Schüler aufnahmen.

Die Rettungsmannschaft stieg unter gefährlichen Bedingungen über steiles und unwegsames Gelände in das Suchgebiet auf. Gegen 18.55 Uhr bekamen sie Rufkontakt mit dem Schüler, konnten ihn aber wegen des starken Nebels nicht sehen. Als sich bei hereinbrechender Dunkelheit die Nebelbänke kurz lichteten, flog der Pilot des Polizeihubschraubers nochmals in das Einsatzgebiet. Dabei wurde das Snowboard vor einer steil abfallenden Felswand entdeckt. Mit Hilfe der Fußspuren konnte der Schüler schließlich gegen 19.45 Uhr auf einem steilen lawinengefährdeten Hang ausfindig gemacht werden.

Da eine Seilbergung wegen der Dunkelheit und der zunehmenden Wetterverschlechterung nicht möglich war, flog der Pilot im Schwebeflug so nahe an den erschöpften, aber unverletzten Schüler heran, dass er vom Flugretter an den Händen an Bord gezogen werden konnte. Anschließend wurde auch noch die Suchmannschaft bei Dunkelheit aus dem unwegsamen Gelände geflogen. (APA)

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