St. Marx: Statt Fleisch werden Filme geschnitten

16. April 2007, 10:42
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Neue Nutzung des Schlachthofes St. Marx: Das "Media Quarter" wird verzehnfacht - 57 Mio. Euro werden investiert

Wien – Ein weiterer Baustein im Stadtentwicklungsgebiet Erdberger Mais, das sich von den Gasometern bis hin zum ehemaligen Frachtenbahnhof Aspang (Eurogate) erstreckt: Dienstag präsentierte Finanzstadträtin Renate Brauner die weiteren Ausbaupläne für den ehemaligen Viehmarkt St. Marx – Das "Media Quarter Marx" wird wegen großer Nachfrage um einen 57 Millionen Euro teuren Neubau mit einer Nutzfläche von 19.000 Quadratmetern erweitert.

Begonnen hatte die Entwicklung dieses Medienzentrums, als sich "zwei Produzenten angesichts übermächtiger Konkurrenz zusammenschließen wollten, um Infrastruktur und Technik gemeinsam nutzen zu können", erinnert sich Claus Hofer vom Zentrum für Innovation und Technologie (ZIT) – einer Tochtergesellschaft des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds.

Acht Kreativunternehmen seit 2003

So sei man auf den Standort St. Marx gestoßen, wo 2003 in der alten Kassenhalle auf 2200 m² Büro-, Studio/Event- und Produktionsflächen eingerichtet wurden. Diese erste Ausbaustufe des "Media Quarters Marx" war von Beginn an voll vermietet – acht Kreativunternehmen haben sich angesiedelt, die unter anderem täglich über zwölf Stunden Live-TV-Programm produzieren, das in Ländern wie Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Rumänien oder der Türkei gesendet wird.

Angesichts dieser Erfolgsgeschichte, will das ZIT nun den Neubau mit weiteren Studio-, Produktions- und Büroflächen anbieten. Allerdings sollen ergänzend dazu auch Dienstleistungs-, Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen in dem Gebäude Platz finden. Der Spatenstich ist für den Herbst 2007 geplant, die Fertigstellung bis 2009.

Förderwettbewerb "Call Media Vienna"

Im direkten Umfeld zum Media Quarter entsteht das Stadtentwicklungsgebiet Karree St. Marx mit Wohnungen, Büros und sozialer Infrastruktur – über die künftige Nutzung der ebenfalls benachbarten denkmalgeschützten Rinderhallen werden laut Brauner Verhandlungen geführt. Parallel dazu schreiben das ZIT und die Creative-Fördereinrichtung "departure" den Förderwettbewerb "Call Media Vienna" aus – Projekte können mit bis zu 200.000 € unterstützt werden. (frei/DER STANDARD; Printausgabe, 28.3.2007)

  • So könnte das neue "Media Quarter Marx" aussehen.
    foto: ludwig rusch

    So könnte das neue "Media Quarter Marx" aussehen.

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