Riis bei Tour-Sieg "randvoll" mit EPO

2. Juli 2007, 11:07
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Ex-Telekom-Masseur warf dem Dänen und jetzigen CSC-Rennstallbesitzer in einem TV-Interview Doping vor

Kopenhagen - Ein früherer Masseur des dänischen Radsport-Profis Bjarne Riis hat dessen Sieg bei der Tour de France 1996 als Ergebnis von "massivem Doping" bezeichnet. In einem am Montagabend ausgestrahlten TV-Interview sagte der Belgier Jeff d'Hondt, Riis sei bei der Tour 1996 "randvoll" mit dem Ausdauermittel EPO gewesen. D'Hondt arbeitete in dieser Saison für das damalige Team Deutsche Telekom.

Er berichtete in dem vom belgischen Fernsehen aufgenommenen Interview, dass Riis einen extrem hohen Hämatokritwert von 64 gehabt habe und in der letzten Woche unter akuten Gicht-Symptomen litt. Riis ist inzwischen Eigner und Chef des dänischen Profi-Rennstalls CSC. Er wies die Vorwürfe seines Ex-Masseurs zurück und erklärte, d'Hondt habe keine Belege für seine Behauptungen.

Riis wies die Vorwürfe erneut zurück, sie seien "haltlos". T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag bezeichnete die Anschuldigungen gegen Riis im Gespräch mit der Netzeitung als "alte Sachen". Wenn d'Hont etwas gegen Riis in der Hand habe, "soll er es beweisen".

Für Aldag ist es nicht vorstellbar, dass es "beim Team Telekom organisiertes Doping gab. Was der Einzelne gemacht hat, weiß ich nicht." Die erneuten Anschuldigungen von d'Hont hält der T-Mobile-Sportdirektor für Werbung in eigener Sache. "Er schreibt ein Buch, da ist das natürlich eine gute PR-Aktion", sagte er der Netzeitung.

D'Hondt gehörte 1998 zu den Angeklagten im Prozess gegen die von der Tour ausgeschlossene Festina-Mannschaft. Er soll damals Handlanger beim EPO-Missbrauch von Fahrern des französischen Teams gewesen sein. (APA/dpa/sid/red)

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