Giftköder und tote Tiere in Niederösterreich und im Burgenland gefunden

28. März 2007, 17:40
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WWF: Serie illegalen Einsatzes von Carbofuran reißt nicht ab

Das Auslegen von Giftködern habe offenbar Hochsaison, beklagte der WWF in einer Aussendung am Dienstag unter Hinweis auf zwei neue Fälle in der Ostregion. In Halbturn im Burgenland wurden mitten im Ortsgebiet mit dem Pestizid Carbofuran bestreute Fleischstücke gefunden, in der Kellergasse in Paasdorf in Niederösterreich wurde ein vergifteter Steinmarder entdeckt.

"Die Fälle, die uns bekannt werden, dürften leider nur die Spitze des Eisbergs sein", meinte Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojekts. In Paasdorf stieß man auf einem Acker auch auf eine mit dem Gift bestreute tote Taube, die möglicher Weise als Köder für Wildtiere dienen sollte.

Carbofuran-Einsatz nachgewiesen

Laut dem WWF wurde in diesem Winter bereits 15 Mal illegaler Carbofuran-Einsatz nachgewiesen. Aus Naturschutzsicht am bedauerlichsten war der Fall des Seeadlers, der Anfang März im nördlichen Weinviertel vergiftet aufgefunden wurde. Es handelte sich dabei um ein ausgewachsenes Exemplar dieser weltweit stark gefährdeten und in Österreich vom Aussterben bedrohten Greifvogelart.

"Giftlegerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein schwerer Verstoß gegen geltende Gesetze und eine ernste Gefahr für Wildtiere, Haustiere und Menschen", betonte Kohler. Bei der Organisation geht man davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen krankhaften Hunde- oder Katzenhasser handeln könnte.

Jägerschaft distanziert sich

Carbofuran sei bereits in geringen Mengen tödlich und kann über die Atemwege und den Mund in den Körper dringen. Das Nervengift gehört zu jener Stoffgruppe, die 1984 die Giftgaskatastrophe im indischen Bhopal verursacht hat. In Österreich werde das in der Landwirtschaft unter dem Handelsnamen "Furadan" weit verbreitete Pestizid immer wieder missbräuchlich zum Vergiften von Hunden, Katzen, Füchsen, Krähen, Mardern und Greifvögeln verwendet.

Auch der niederösterreichische Landesjagdverband ist über die jüngsten Fälle im Weinviertel entsetzt. "Wir hoffen, dass die Täter ehebaldigst ausgeforscht werden. Die Jägerschaft distanziert sich aufs Schärfste von den illegalen Giftlegern", so Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Landesjagdverbände. (APA)

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