Vier Polizisten sollen Abgeordneten getötet haben - nach Festnahme im Gefängnis ebenfalls ermordet - Adela Camacho de Torrebiarte übernimmt Nachfolge
Guatemala-Stadt - Im Skandal um die mutmaßliche Verwicklung von Polizisten in den Mord an drei Abgeordneten aus El Salvador ist der Innenminister von Guatemala, Carlos Vielman, zurückgetreten. Das teilte eine Regierungssprecherin am Montag mit. Der Kongress hatte zuvor eine Erklärung verabschiedet, in der Vielman das Vertrauen entzogen wurde.
Die Abgeordneten waren Mitte Februar gemeinsam mit ihrem Fahrer auf einer Landstraße in Guatemala ermordet worden. Einer von ihnen war Eduardo D'Aubuisson, dessen Vater im Bürgerkrieg von El Salvador (1980-1992) eine rechtsgerichtete Todesschwadron angeführt haben soll. Das Verbrechen fiel mit dem 15. Jahrestag des Todes von Roberto D'Aubuisson zusammen. Dessen Sohn gehörte ebenso wie die beiden anderen Abgeordneten, William Pichinte und Ramon Gonzalez, der in El Salvador regierenden Arena-Partei an. Alle drei vertraten El Salvador im Zentralamerikanischen Parlament in Guatemala-Stadt.
Nach der Bluttat wurden vier guatemaltekische Polizisten festgenommen, die später in einem Hochsicherheitsgefängnis getötet wurden. Bei den getöteten Polizisten handelt es sich um den Leiter der Abteilung für organisiertes Verbrechen bei der nationalen Polizeibehörde, Luis Arturo Herrera, und drei seiner Mitarbeiter. Ein fünfter Polizist befindet sich in Haft, nach zwei weiteren wird noch gesucht.
Nachfolgerin bestimmt
Eine Aktivistin und Regierungsberaterin ist zur neuen Innenministerin von Guatemala ernannt worden. Adela Camacho de Torrebiarte übernimmt das Amt von Carlos Vielman, der im Skandal um die mutmaßliche Verwicklung von Polizisten in den Mord an drei Abgeordneten aus El Salvador zurückgetreten ist.
Die 57-Jährige ist seit 2004 Mitglied eines Beratergremiums der Regierung. In den 90er Jahren gründete sie eine Organisation, um die Behörden zu entschlossenerem Vorgehen gegen die zunehmenden Entführungen in dem südamerikanischen Land zu bewegen. (APA/AP)