USA nennen Reaktion aus Teheran auf UNO-Resolution enttäuschend

31. März 2007, 16:56
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Solana telefonierte mit Atom-Unterhändler Larijani - Iran: Dialog einzige Lösung

Washington/Brüssel/London - Die US-Regierung hat die Reaktion des Iran auf die jüngste Resolution des Weltsicherheitsrates mit verstärkten Sanktionen gegen die Islamische Republik als bedauerlich und enttäuschend bezeichnet. Es sei offensichtlich der Wunsch von Präsident Mahmoud Ahmadinejad, den Weg der Konfrontation und Isolation fortzusetzen, sagte Außenamtssprecher Tom Casey am Montag in Washington. Die USA hielten weiter an einer friedlichen und diplomatischen Lösung des Atom-Streits fest. Sollte die Führung in Teheran die Anreicherung von Uran stoppen, dann seien die Vereinigten Staaten sofort zu Verhandlungen bereit.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana telefonierte am Montag mit dem iranischen Atom-Chefunterhändler Ali Larijani, wie Solanas Sprecherin Cristina Gallach mitteilte. Beide Seiten hätten keine Annäherung erzielt, sich aber auf weitere Kontakte verständigt. Solana erklärte am Montag in Brüssel, es habe am Vortag bereits Verbindungen gegeben. Derzeit gebe es Bemühungen, einen freien Termin für ein Treffen mit dem Sekretär des Obersten Sicherheitsrates des Iran, Larijani, zu finden.

Iran: Dialog einzige Lösung

Nach der UNO-Resolution zum iranischen Atomprogramm vom Samstag warb auch Teheran am Montag für neue Gespräche. Trotz des negativen Ansatzes im Weltsicherheitsrat sehe der Iran den Dialog als einzige Lösung, hieß es im staatlichen Fernsehen. Sein Land wolle den Konflikt nicht verschärfen, erklärte auch der Sprecher des außenpolitischen Parlamentsausschusses, Kasem Jalali. Er verwies darauf, dass der Iran Mitglied des Atomwaffensperrvertrags sei.

Davor hatte Teheran allerdings angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) einzuschränken. Ahmadinejad sagte bei einer Kabinettssitzung in Teheran, selbst Hunderte solcher Entschließungen würden das zivile Atomprogramm des Landes nicht stoppen.

Die neuen Spannungen im Verhältnis zum Iran ließen die Ölpreise am Montag steigen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee- Sorte Brent verteuerte sich am Montag bis zum Abend um 1,04 auf 64,22 Dollar (48,41 Euro). Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 60 Cent auf 62,88 Dollar (47,40 Euro). Das waren die bisher höchsten Preise seit Jahresbeginn. Seit Jänner ist der Ölpreis um rund ein Viertel gestiegen. Der Atomstreit mit dem Iran hatte bereits im vergangenen Jahr über Wochen den Preis nach oben getrieben. "Am Rohölmarkt kommt es derzeit aber nicht zu Panikkäufen", betonte allerdings Phil Flynn, Energieanalyst bei Alaron Trading in Chicago. Der Konflikt werde eher in einer langfristigen Perspektive gesehen. (APA/dpa/AP)

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