Mit dem Essen spielt man nicht

10. April 2007, 17:00
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Wie es aussehen kann, wenn man's trotzdem tut, zeigt das Buch "Wahrnehmungs-
werkstätte Küche"

Fast jeder hat eine, nützt sie regelmässig und hinterlässt darin seine Spuren. Die Küche, als zentraler Lebensraum bietet eine Vielzahl an Wahrnehmungsmöglichkeiten. Peter Jenny, Professor für Bildnerisches Gestalten an der Architekturabteilung der ETH Zürich, warf darauf einen künstlerischen Blick.

In seinem Buch "Wahrnehmungswerkstätte Küche" zeigt er diesen und will gleichzeitig andere dazu anregen, diese Werkstätte aus einer anderen Perspektive zu betrachten und die eigene Wahrnehmungskunst zu erproben. Denn alles kann Kunst werden, vom frischen Brokkoli bis zum Küchenabfall und dem benutzten Geschirr, es kommt immer nur auf den Blickwinkel des Betrachters an.

"Ein Spiegelei in die Pfanne hauen und sich dabei als Anfänger fühlen, weil nicht das gebratene Ei das Ziel ist, sondern ein Ding, ein Bild oder eine Performance", das ist das Faszinierende gleichzeitig auch die Herausforderung für Jenny.

Küche als Atelier

Die Kunst im "Atelier Küche" liegt darin, das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen zu finden. Dem Zufall kommt dabei eine wichtige Rolle zu, aber dasjenige zu erkennen, was einem zufällt, dafür braucht man schon eine aufmerksame Wahrnehmung.

Sortiert nach den jeweiligen Wahrnehmungsmethoden zeigt Jenny Fotografien, grafische Arbeiten und Perfomancekunst, die alle in der Küche entstanden sind. Von zufälligen Schattenspielen über Identitätswechsel durch Bilder aus nächster Nähe bis zu essbaren Comics reicht Jennys Wahrnehmung der Küche. Und auch wenn das Buch eine Anregung sein soll, ist es schade, dass für diese Kunstwerke kein größeres Buchformat (10,5 x 14,9 cm) gewählt wurde. (ost)

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