HPV-Impfung für Österreichs Frauen gefordert

26. Juli 2007, 13:10
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Initiative nach Weltgipfel gegen Gebärmutterhalskrebs in Paris - "Hatten Sie schon einmal Todesangst?" - 500.000 Fälle pro Jahr weltweit

Salzburg - Wissenschafter und - als Hauptbetroffene - Frauen in aller Welt machen gegen das Gebärmutterhalskarzinom mobil. Am Tag nach nach dem UNESCO-Weltgipfel gegen das Zervixkarzinom in Paris wurde Freitagabend in Salzburg vor Beginn des Österreichischen Impftages (24. März) die "Österreichische Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs gegründet. Und da dieses Karzinom nun per Impfung zu 70 Prozent verhinderbar wäre, forderten die Proponenten bei einer Pressekonferenz vehement: Flächendeckende Information der Frauen, Prävention durch Impfung und jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen.

Todesursache bei Frauen

Weltweit ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Todesursache für Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren. Es kommt zu 500.000 Neuerkrankungen bei rund 250.000 Todesfällen pro Jahr. In Österreich sind es jährlich etwa 550 Frauen, bei denen in gefährliches invasives Zervixkarzinom diagnostiziert werden muss. 180 Patienten sterben pro Jahr daran.

Alle diese Karzinome werden durch die sexuell übertragbaren Human Papilloma Viren (HPV) verursacht. Ein neu entwickelter Impfstoff schützt vor den wichtigsten vier Erregerstämmen (6, 11, 16, 18) die 70 Prozent der Zervixkarzinome und fast alle Genitalwarzen hervorrufen. Doch die Vakzine ist mit einem Preis von normalerweise knapp über 200 Euro pro Dosis (drei Impfungen notwendig) ganz sicher für Viele nicht leistbar. Im Gründe müssten zumindest alle Mädchen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren immunisiert werden.

Prominente Unterstützung

Doch die weltweite Initiative will insgesamt Druck machen, um die Regierungen - auch die österreichische - zum Handeln zu bewegen. Die Wiener Schauspielerin Katharina Stemberger, die vor einigen Jahren selbst mit dem Befund einer Vorstufe für Gebärmutterhalskrebs konfrontiert wurde und sich einem gynäkologischen Eingriff unterziehen musste: "Hatten Sie schon einmal Todesangst? (...) Ich war ziemlich erschlagen und hatte Angst. (...) Meine Forderungen an die politischen Verantwortlichen sind: Sorgen Sie für eine flächendeckende Information über die Folgen der Ansteckung mit HPV. Finden Sie Mittel und Wege, die HPV-Impfung in Österreich allen Mädchen und Frauen kostenlos zur Verfügung zu stellen." Genau so wichtig wäre die Propagierung der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen. (APA)

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