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"Vor lauter Zukunftsangst nächtelang nicht geschlafen": Der Pakistani Afzaal (links) und die Österreicherin Natalie Deewan (rechts) - hier vor ihrem Erfolgsbeisl in der Wiener Liechtensteinstraße 11 - wissen nicht weiter.

Das Prinzip "Pay as you like" zieht mittags viele junge Leute - und abends auch ältere - ins derzeit einzige pakistanische Lokal von Wien.
Den "Mittagshunger" und seine für Wirte arbeitsintensiven Vorbereitungen auf ihn hatte die Österreicherin auch den Fremdenpolizisten gegenüber erwähnt, die eines Vormittags in ihrer Wohnung auftauchten. Wo denn ihr Mann und Beisl-Mitbetreiber Afzaal Deewan (42) sei, hatten die zum Zweck der Scheinehen-Überprüfung erschienenen Beamten gefragt. Arbeiten in seinem eigenen Lokal sei er, hatte sie geantwortet - ganz so, wie sie und er es seit der Lokalgründung im April 2005 "zwölf bis 14 Stunden täglich" täten. Der Erfolg - 11 Angestellte, geschätzte 250.000 Euro Umsatz 2006 - komme eben nicht von nichts.
"Die Fremdenpolizisten sind daraufhin davongerannt", erinnert sich Frau Deewan. Mit einem Erfolgsgastronomen als "Kunden" hatten sie offenbar nicht gerechnet.
Unerwünscht und gefeiert zugleich
Doch aufgrund des zu Jahresbeginn 2006 ohne Übergangsfristen eingeführten Niederlassungsgesetzes ist der ursprünglich als Flüchtling nach Österreich gekommene Pakistani tatsächlich beides: Unerwünschter Ausländer ohne Aufenthaltsrecht und prämierter Jungunternehmer und gefeierter Koch: Das Lokal, das seine Frau und er gemeinsam nur gründen konnten, weil Asylwerbern selbstständige Tätigkeit nicht verboten werden darf, wurde vom Falter inzwischen unter die "Wiener Top Ten" gereiht.
Ein solcher gelebter Gegensatz geht an die Substanz. Als das "Deewan"-Lokalkonzept "Pay as you like" - jeder bezahlt für sein Essen, was ihm beliebt - beim Jungunternehmerwettbewerb 2006 auf Platz 30 unter 1400 Projekten rangierte, konnte sein Erfinder "vor lauter Zukunftsangst nächtelang nicht schlafen" - wie er erzählt. Nun, wo "vom Wirtschaftlichen her eigentlich weitere Beisleröffnungen anstehen würden", raubt dem Paar der Kampf gegen eine mögliche Ausweisung Afzaals viel Kraft.
"Chancen gesunken"
Bei der in Wien für Fremdenangelegenheiten zuständigen MA 35 hat es zuletzt geheißen, "dass die Chancen für eine Niederlassungsbewilligung aufgrund einer Verschärfung weiter gesunken sind", schildert Natalie Deewan. MA-35-Leiterin Beatrix Hornschall bestätigt dem Standard diese schlechte Nachricht: "Ein neues Rundschreiben aus dem Innenministerium macht wohlwollende Interpretationen wie bisher in Altfällen unmöglich. Herr Dewan ist einer der ersten Betroffenen" (siehe Artikel "Verschärfung per E-Mail aus Ministerium").
"Bisher wohlwollend? Wir warten seit November 2005 auf eine Entscheidung", wehrt sich Natalie Deewan. Im Grunde sei die Sache "grotesk", ergänzt Angela Magenheimer von der Initiative "Ehe ohne Grenzen": "Da überreicht Wirtschaftsminister Bartenstein eine Auszeichnung an einen Mann, den sein Parteikollege, Innenminister Platter, unbedingt außer Landes schaffen will." (Irene Brickner/DER STANDARD-Printausgabe, 26.03.2007)
2 Tage im Hotel Albatros in der Liechtensteinstr. Ich suchte in der Nähe ein nettes Kaffeehaus oder Gasthaus: Nichts, ausser indische oder pakistanische Lokale. Alle paar Meter findet man leere Lokalitäten, die zum Verkauf bereitstehen. Zumeist ehemalige Gastronomische Betriebe. Ich zog jedenfalls aus dem Hotel in ein anderes um. Hier entsteht "klein Bombay" und es wird wachsen, weil immer mehr Einheimische wegziehen. So, nun wird es sicher Purpur-Rot regnen...
das das passiert ist. Genau so einen Praezendenzfall von nachgerade unzweifelbarer Klarheit braucht es, um den ganzen Umgang mit Fremden in diesem Land wenigstens einmal von der anderen Seite zu thematisieren.
Den hoechstens das Fressen geht den Wienern noch ueber die Xenophobie, das werden die Rechten noch lernen.
Ich habe mir einige Gedanken zu diesem Fall gemacht, ausgehend von einem ähnlichen Fall hier in Kanada. Würde aber den Rahmen dieser Seite sprengen, darf also direkt auf meinen Artikel verweisen: http://www.wernerpatels.com/kanada/20... _raus.html
es liegt im 9.Bezirk, Liechtensteinstraße 10, hat Mo bis Sa 10 - 23 Uhr offen und jede/r, der/die mit diesem Irrsinn nicht einverstanden ist, hätte noch Gelegenheit, vorbeizuschauen.
Für alle, die keinen Tisch mehr ergattern, gilt trotzdem pay as you can, für ein herliches Curry im Stehen oder einfach für eine anständige Vertretung gegen diese Tollerei.
Wenigstens das sollten wir in Wien doch z'sammbringen, oder?
Mit dem Lokal hat die ganze Sache halt gar nichts zu tun. Und sich "zum Lokal bekennen" halte ich ohnehin für eine merkwürdige Art, Solidarität mit Menschen zum Ausdruck zu bringen.
Man sollte kulinarische und (menschen)rechtliche Angelegenheiten wirklich trennen: Ich bekenne meine uneingeschränkte Solidarität mit den Deewan s (diese gesetzliche Regelung ist ganz einfach eine saudumme, in vollkommen abgestumpften Bürokratenhirnen geborene Schweinerei).
Das Essen im Deewan ist aber leider mittlerweile eher durschnittlich. Bin ein Stammgast der ersten Stunde und finde, dass die Qualität des Essens und der Befüllungsgrad des Buffets invers zur Anzahl der Gäste im Lokal korreliert ist.
,,weil die humanitaere Bemessungsgrundlage des Herrn Deewan keinerlei Kritik in bezug auf Integration oder gar Verfehlungen aufkommen laesst, die selber als Parameter (Grundlage - 'wesentliche Grundlage'] bei Entstehen verschaerfter Einreise - und Migrationsbewegung war ..
zugeben dass sich bis auf die Grünen alle Parteien hinsichtlich Fremdenpolitik nur in Nuancen unterscheiden.
Ausländerfeindlichkeit ist durchaus nicht nur ein "rechtes" Problem. Die Linken (Gewerkschaften) mit ihrer Steinzeitwirtschaftsauffassung dass jeder Ausländer einem Österreicher einen Arbeitsplatz wegnimmt tragen einen wesentlichen Baustein zur hier herrschenden Xenophobie bei
was ich von den linkslinken Gutmenschen - in ihrer Dummheit und Ignoranz - hören muss kling eh so ähnlich wie Vogonen Prosa. Wird bald Zeit das Handtuch zu packen und einen Abflug durch die Schleuse zu machen ...und keiner der hier anwesenden Vogonen sagt jetzt: "ja, aber mit einen festen Tritt", gell!
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