Die Mär über die Mädchen-WCs

30. Juli 2007, 13:29
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Sanitärräume sind ab fünf weiblichen Lehrlingen zu trennen

Wien - "Der Glaube, für die Aufnahme eines weiblichen Lehrlings die Sanitärräume umbauen zu müssen, sollte endlich ad acta gelegt werden", schreibt Judith Saf vom Verein Sprungbrett in einer Reaktion auf die Standard-Serie "Zukunft der Lehre".

Die Beraterin versuche, sagt sie, "seit Jahren, Betriebe dahingehend zu sensibilisieren, weibliche Lehrlinge in männerdominierten Lehrberufen aufzunehmen". Chefs reden sich nicht selten darauf aus, dass sie die Sanitäranlagen komplett umbauen müssten, sobald sie nur einen weiblichen Lehrling einstellen würden. Der Meinung ist auch Daniela Winkler vom Verein Mafalda, einer unabhängigen und gemeinnützigen Mädcheneinrichtung.

Konkret geregelt ist die Angelegenheit im Arbeitnehmerschutzgesetz (ASchG), und zwar im Paragrafen 27.

Darin heißt es, "Bediensteten sind in ausreichender Anzahl geeignete Waschgelegenheiten mit hygienisch einwandfreiem, fließendem und nach Möglichkeit warmem Wasser, Reinigungsmittel sowie geeignete Mittel zum Abtrocknen zur Verfügung zu stellen".

Weiters schreibt das Gesetz vor, dass eine "Trennung nach Geschlecht zu erfolgen" habe, "wenn mindestens fünf männliche und fünf weibliche Bedienstete gleichzeitig auf die Waschräume angewiesen sind". "Angewiesen" ist man dann, wenn "in einer Arbeitsstätte regelmäßig mindestens fünf männliche und fünf weibliche Bedienstete gleichzeitig anwesend" sind. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.03.2007)

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    foto: standard/corn
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