Neujahrsruhe in Teheran

26. März 2007, 17:25
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Die Öffentlichkeit nimmt von den UN-Sanktionen kaum Notiz

Die iranische Öffentlichkeit nahm kaum Notiz von der neuen UNO-Sicherheitsresolution gegen den Iran. Wegen des iranischen Neujahrsfests erscheinen seit einer Woche keine Zeitungen mehr - erst vom 2. April an werden sie wieder auf dem Markt sein. Das staatliche Radio und Fernsehen hat auch nur am Rande über die neue Resolution berichtet.

Zuvor hatte der oberste geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei bei einer Neujahransprache an das iranische Volk das Atomprogramm noch einmal verteidigt und als "unumkehrbar" bezeichnet. Am Samstag warnte er bei einer Reise in den Osten des Landes erneut vor einem Militäranschlag gegen den Iran. Für die iranischen Atomanlagen gelten verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Vor allem die Atomanlage Natanz im Zentraliran wird durch Luftabwehrsysteme, die vor Kurzem installiert wurden, stärker als bis jetzt geschützt.

Iranische Medien sehen keinen Zusammenhang

Die Festnahme der britischen Marinemitglieder am Persischen Golf durch iranische Marineeinheiten steht nach Meinung der iranischen Medien in keinem Zusammenhang mit der UNO-Sicherheitsresolution. Nach Meldungen der iranischen Medien hat der Irak - im Gegensatz zu den Behauptungen der britischen Medien - betont, dass die britische Marineeinheit sich nicht in irakischen Gewässern aufhielt. Die Gewässer zwischen Iran und Irak werden von der iranischen Marineeinheit intensiv kontrolliert, weil der Iran seit Monaten britischen Einheiten im Südirak vorwirft, im Iran zu spionieren. Es ist bereits das zweite Mal, dass britische Marineeinheiten am Persischen Golf festgenommen werden. 2004 wurden an der gleichen Stelle acht britische Soldaten festgenommen und erst nach mehrtägiger Haft wieder freigelassen. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, Printausgabe 26.3.2007)

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