ÖBB-Goldmann im Gespräch

30. März 2007, 20:06
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Nahverkehrs-Chefin könnte kaufmännische Leitung übernehmen - Basisabgeltung: Rückzieher von Schmied

Wien - Sollte es, wie berichtet, zu einem Golden Handshake zwischen den ÖBB und Nahverkehrschefin Wilhelmine Goldmann kommen, gäbe es eine klare Favoritin für die kaufmännische Leitung der Staatsoper ab 2009: Gegenüber dem STANDARD bestätigt SPÖ-Kulturministerin Claudia Schmied, dass Goldmann "mit Sicherheit eine geeignete Kandidatin" sei. Sie stehe mit der Opernliebhaberin in "regem Kontakt", die Staatsoper sei aber kein Thema gewesen.

Denn zuerst einmal ist der künstlerische Direktor zu finden. Die Frage, wie sicher der von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer präferierte Tenor Neil Shicoff sei, will Schmied nicht kommentieren. Und auf die Frage, ob der Kanzler, der eine Unterredung mit Christian Thielemann gehabt habe, der eigentliche Königsmacher sei, sagt Schmied: "Der Bundeskanzler trifft viele Menschen. Es ist klar, dass ich mich mit ihm abstimme - so wie ich auch den Rat anderer Leute einhole." Natürlich sei Thielemann, mit dem sie noch kein Gespräch geführt hat, ein hoch interessanter Kandidat.

Verteilungsschlüssel

Aufgrund von Fehlinterpretationen in der letzten Woche stellt Schmied klar, dass sie unter einem "dualen Prinzip" die gemeinsame Leitung der Staatsoper durch einen künstlerischen und einen kaufmännischen Direktor "in Augenhöhe" verstehe. Das Vieraugenprinzip gibt es aber schon seit der Ausgliederung der Bundestheater in GmbHs. Der künstlerische Direktor hat jedoch das Recht, seinen Co-Geschäftsführer zu überstimmen. Dies will Schmied auch gar nicht ändern. Es wird also zu keiner Novelle des Organisationsgesetzes kommen.

Sehr wohl hält die Ministerin aber an einer Aufgabe des bisher bindenden Verteilungsschlüssels fest: Laut ihrem Entwurf für die Gesetzesnovelle ist künftig Georg Springer, Chef der Bundestheaterholding, für die Aufteilung der Basisabgeltung zuständig. Allerdings hat er - und das ist neu - nur ein Vorschlagsrecht: Nach Einwänden der Regierungsparteien ließ Schmied den Entwurf dahingehend abändern, dass sie per Unterschrift die Letztverantwortung für die Mittelvergabe trägt. (Thomas Trenkler/DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2007)

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