Raub in Brüsseler Spielcasino: "Die wussten, was sie taten"

28. März 2007, 17:41
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Staatsanwalt ermittelt - 820.000 Euro in knapp drei Minuten erbeutet - Mitwisser unter Mitarbeitern nicht ausgeschlossen

Brüssel - Der zuständige Staatsanwalt in Brüssel, Josse Colbin, geht davon aus, dass der in der Nacht auf Sonntag verübte Überfall auf das von den Casinos Austria betriebenen Grand Casino Brüssel von Profis durchgeführt wurde. "Die wussten ganz genau, was sie taten", sagte er Gespräch mit der APA. Das zeige allein die Schnelligkeit, mit der vorgegangen worden sei.

Laut Colbin gibt es noch keine neuen Hinweise auf die Täter. Die Polizei wertet derzeit die Bilder der Videokamera aus. Ob diese wie im Fall des Mordes an einem Jugendlichen im Vorjahr am Brüsseler Zentralbahnhof veröffentlicht werden, müsse erst entschieden werden. Seines Wissens nach hat es in Belgien bisher keine ähnlichen Fälle von Casino-Überfällen gegeben. Das Anfang 2006 eröffnete Grand Casino Brüssel ist zwar die erste Glücksspielstätte in der Hauptstadt, in anderen belgischen Städten wie Spa, Ostende, Knokke gibt es aber sei Jahren Casinos.

Mitwisser

In Ermittlerkreisen wird nicht ausgeschlossen, dass es im Grand Casino selbst Mitwisser gegeben haben könnte. Das könnte auch erklären, wieso die Täter so einfach in das Gebäude eindringen und einen so hohen Betrag erbeuten konnten.

Vier Unbekannte erbeuteten in den frühen Morgenstunden des Sonntag innerhalb von nicht einmal drei Minuten 820.000 Euro aus dem Casino und flüchteten mit einem als Taxi angemeldeten Fahrzeug in Richtung Autobahn. Ein Polizist, der zufällig mit seinem Privatwagen in der Nähe war und die Verfolgung aufnahm, verlor kurz vor der Außenringautobahn die Spur. (APA)

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