Holland: "Mitten im Achten"-Vorbild nach vier Monaten eingestellt

25. März 2007, 17:48
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Talpa-Sprecher: "Samen" konnte "kein Millionenpublikum begeistern" - Schauspielerin: "Wie schafft man es - in Gottesnamen - jeden Tag witzig zu sein?"

Wien - Mitten im Herz des neuen ORF-Programms liegt die neue tägliche Sitcom "Mitten im Achten", die unter der Abkürzung "MiA" ab 10. April um 19.20 Uhr die der "Zeit im Bild 1" abtrünnige Jugend vor den Fernseher bannen soll. Das Format stützt sich auf ein holländisches Vorbild, die tägliche Serie "Samen" (Zusammen), die in den Niederlanden allerdings nur mäßig erfolgreich war und bereits nach einem halben Jahr wieder vom Bildschirm genommen wurde.

"Samen" war die erste tägliche Comedy-Serie Hollands und startete am 22. August 2005 auf Talpa, dem Fernsehsender von John de Mol. Anfänglich um 20.00 Uhr ausgestrahlt wechselte die Sitcom nach kurzer Zeit auf einen früheren Sendeplatz um 18.55 Uhr. Aber auch hier war das Zuschauerinteresse "nicht enorm groß", sagte Talpa-Pressesprecher Maarten van Rooijen der APA.

Treue Fans

Nach nur vier Monaten - im Dezember 2005 - strich Talpa den täglichen Sendeplatz gänzlich und kündigte an, die bereits vorproduzierten Folgen ab Jänner 2006 jeweils Samstagabend um 19.30 Uhr auszustrahlen. Dazu kam es allerdings bis heute nicht. Auch wenn das Format laut van Rooijen einige treue Fans gewinnen konnte und in den Medien positiv reflektiert wurde, konnte es trotzdem "kein Millionenpublikum begeistern".

Die Schauspielerin Ellemijn Veldhuis van Zanten, die in der holländischen Fassung der Serie die allein erziehende Kellnerin Zinzi Ladderak mimte (in Österreich gespielt von Veronika Polly alias Geli "Angelika" Windbüchler) erklärte das Scheitern damals in einem Interview mit dem Druck zum täglichen Lustigsein: "Wie schafft man es - in Gottesnamen - jeden Tag witzig zu sein?" Ob das dem österreichischen Schauspieler- und Autorenteam besser gelingt, können die Zuseher ab 10. April 19.20 Uhr auf ORF 1 beurteilen.

"Ein rein österreichisches Format"

Die ORF-Führung geht jedenfalls davon aus, dass sich die österreichische Version des Formats zu einem Erfolg entwickeln wird. Dass die Idee zur Soap von Endemol aus Holland stammt, soll man nicht überschätzen, meinte Programmdirektor Wolfgang Lorenz zuletzt. "Auf dem Bildschirm wird ein rein österreichisches Format landen." Schließlich würden österreichische Autoren und ausschließlich heimische Schauspieler eingesetzt. (APA)

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