Widerstand gegen Disneys Digital-Geschäft

5. April 2007, 10:42
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Liberty Media reicht Klage ein - Vorangegangene Gespräche zwischen den Unternehmen haben zu keinem Ergebnis geführt

Walt Disney stößt mit seinem digitalen Geschäft auf heftigen Widerstand. Das Filmstudio gerät mit seinem Vorhaben, Inhalte über Online-Plattformen zu vertreiben, zunehmend unter Druck. Am Donnerstag reichte das Medienunternehmen Liberty Media in den USA eine Klage gegen Disney ein, weil das Filmstudio angeblich Lizenzverträge missachtet hat, indem Filme über das Internet verkauft wurden. Das Liberty-Tochterunternehmen Starz Entertainment, ein Pay-TV-Service auf dem US-Markt, lizenziert Disney Filme für das Fernsehen.

Verstrickt

Laut Starz verletze Disney mit dem Content-Vertrieb über iTunes und Walmart.com die Lizenzvereinbarungen mit dem Pay-TV-Dienst. Dazu zählten bislang große Blockbuster wie "Pirates of the Caribbean" und "Cars". Nach Meinung von Starz, hätten diese Filme niemals als digitale Downloads verkauft werden dürfen, bevor sie nicht über den eigenen Pay-TV-Kanal gelaufen sind. Der Fernsehkonzern verklagte jetzt daher die Disney-Tochter Buena Vista Television vor einem kalifornischen Gericht.

Keine Einigung

Vorangegangene Gespräche zwischen den beiden Unternehmen hätten zu keinem Ergebnis geführt und somit sei die Klage der letzte Ausweg, sagt Robert Clasen, Chairman von Starz Entertainment. "Unsere Vereinbarungen verbieten Disney ganz klar den Verkauf von Filmen über Download-Portale, da sie exklusiv für Starz gelten", so Clasen gegenüber der Financial Times. Hollywoodstudios haben seiner Meinung nach hart dafür gekämpft, ihre Urheberrechte im Internet zu schützen, Starz müsse ebenso hart für die Wahrung seiner Vereinbarungen eintreten.

Fehlinterpretation

Bei Buena Vista spricht man indessen davon, dass der Pay-TV-Service den Vertrag falsch interpretiere. Man habe durchaus das Recht, die eigenen Filme über verschiedene Medien zu vertreiben. Mittlerweile ist das digitale Geschäft ein zentraler Punkt von Disneys Wachstumsstrategie. Das Filmstudio war auch das erste, das sich mit Apple auf eine Vertriebspartnerschaft einigen konnte. (pte)

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