Scharang-Kritik verhilft Buch von Ronald Pohl zu Publizität

24. März 2007, 15:42
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Autor von "Die algerische Verblendung" kann sich scharfe Angriffe des Schriftstellers "überhaupt nicht" erklären

Leipzig - Er könne sich die außergewöhnlich heftige Literaturkritik von Michael Scharang an seinem Roman "Die Algerische Verblendung" nicht erklären, sagte Autor Ronald Pohl am Freitag am Rande einer Lesung aus seinem Buch auf der Leipziger Buchmesse: "Ich kenne ihn nicht persönlich, deshalb sind die Polemiken ad hominem umso erstaunlicher."

Scharang hatte im Februar in der "Presse" Pohls Erstlings-Roman in auffallend drastischer Weise negativ bewertet. Unter anderem hatte er Pohl vorgeworfen, dass er nicht schreiben könne und nicht imstande wäre einen Satz zu formulieren. Eine Woche später trat der Autor Franz Josef Czernin, ebenfalls in der "Presse", Scharangs Bewertung entgegen.

"Grundsätzlich positiv"

Der Tenor weiterer Besprechungen in den Medien sei "grundsätzlich positiv", sagte Pohl. Zu Scharang bemerkte er lediglich: "Na gut, man wischt sich den Mund ab. Im Grunde genommen fällt so ein Text auf den Urheber zurück." Dass seinem Roman die Einlassung Scharangs Publizität brächte, "sagen mir alle, ich weiß es nicht, ich habe jedenfalls kein Kalkül dabei", sagte der Wiener Kulturjournalist und Theaterkritiker.

Seitens des Droschl-Verlags, bei dem "Die Algerische Verblendung" erscheint, spricht man allerdings vom "üblichen paradoxen Effekt bei Verrissen". Das Buch sei nun seit 14 Tagen auf dem Markt, üblicher weise würden Kritiken bei verhältnismäßig wenig bekannten Autoren erst nach vier Wochen erscheinen. Der Verlag habe bereits Bücher nachliefern müssen. (APA)

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