Opposition ruft zum Boykott von "El Pais" auf

31. März 2007, 16:17
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Präsident der Verlagsgruppe warf konservativen Partei vor, mit antidemokratischen Mitteln Rückkehr an die Macht zu versuchen

Madrid - Spaniens oppositionelle Volkspartei (PP) hat zu einem Boykott der linksliberalen Tageszeitung "El Pais" und aller anderen Medien der führenden Verlagsgruppe Prisa aufgerufen. Deren Präsident Jesus de Polanco hatte der PP diese Woche vorgeworfen, sie versuche mit antidemokratischen Mitteln die Macht zurückzuerobern. Der Aufruf der konservativen Volkspartei richtet sich auch an die Werbekunden und Aktionäre der Prisa-Gruppe, zu der mehrere Zeitungen sowie Radio- und Fernsehsender in Spanien und dem Ausland gehören.

"El Pais" kritisierte den Boykott am Samstag als Angriff auf die Presse- und Informationsfreiheit. Die Zeitung werde sich nicht erpressen lassen. Kritik kam auch von diversen Journalistenverbänden.

Auf einer Aktionärsversammlung hatte Polanco die jüngsten Großdemonstrationen der PP gegen die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero kommentiert. Sie erinnerten ihn an die Zeiten der Franco-Diktatur (1939-1975), sagte er. Manche Politiker wünschten sich anscheinend den Bürgerkrieg zurück.

Die PP forderte Polanco auf, seine Worte zurückzunehmen und sich öffentlich zu entschuldigen. Andernfalls würden ihre Politiker den Prisa-Medien keine Interviews mehr geben. In einigen Provinzen zog die PP zudem Wahlspots zurück, die in der zu Prisa gehörenden Hörfunkkette Ser laufen sollten. In zwei Monaten finden in Spanien Regional- und Kommunalwahlen statt. Die PP hat den Medien der Prisa-Gruppe und insbesondere Spaniens größter Zeitung "El Pais" stets vorgeworfen, im Dienste der nun regierenden Sozialisten zu stehen. (APA/dpa)

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