Berlusconi kann auf Comeback hoffen

26. März 2007, 10:27
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Umfrage: Ex-Premier mit neun Prozentpunkten Vorsprung gegenüber Mitte-links Allianz von Prodi

Rom - Sollte es in Italien zu Neuwahlen kommen, kann der italienische Oppositionschef Silvio Berlusconi auf ein Comeback hoffen. Die Turiner Tageszeitung "La Stampa" (Samstag-Ausgabe) veröffentlichte einige Umfragen, aus denen deutlich hervorgeht, dass Berlusconis Mitte-Rechts-Allianz im Fall von Neuwahlen mit zwischen 53,5 und 55,5 Prozentstimmen die Wahlen gewinnen würde. Berlusconis Bündnis habe laut allen Umfragen einen Vorsprung von mindesten neun Prozentpunkten gegenüber dem Mitte-Links-Bündnis von Ministerpräsidenten Romano Prodi, so "La Stampa".

"Seit zwei Monaten ist der Trend für Berlusconis Block deutlich positiv", kommentierte der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Swg, Maurizio Pessato. Der negative Trend habe für die Regierungskoalition im September mit der Debatte über ein umstrittenes Sparpaket 2007 begonnen, meinte Pessato. Auch die politische Krise vor einem Monat und der Streit im Regierungsbündnis um die Neufinanzierung der italienischen Mission in Afghanistan habe stark die Popularität des Ministerpräsidenten belastet.

Das oppositionelle Mitte-Rechts-Bündnis reibt sich in die Hände. "Die Regierung Prodi wird bald zusammenbrechen", so Spitzenvertreter der Opposition. Die Mitte-Rechts-Allianz überlegt, bei einer am Dienstag im Senat geplanten Abstimmung über die Verlängerung des italienischen Afghanistan-Einsatzes, gegen die Neufinanzierung der Mission zu stimmen. Da Prodi im Senat über eine hauchdünne Mehrheit von zwei Parlamentariern verfügt, ist eine neue Regierungskrise nicht ganz auszuschließen.

Bei den letzten Parlamentswahlen im April 2006 hatte die Mitte-Links-Allianz um Prodi mit einer knappen Mehrheit von 49,8 Prozent gewonnen. Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis hatte 49,7 Prozent der Stimmen erhalten. Der Vorsprung Prodis betrug nur 25.000 Stimmen. Berlusconi hatte die Mitte-Links-Allianz daraufhin des Wahlbetrugs beschuldigt und eine Neuauszählung aller Stimmzettel gefordert.(APA)

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