Exil-Iraner Nirumand: Unterschiedliches Maß des Westens

31. März 2007, 16:56
73 Postings

Literaturwissenschafter: "Israels Atomarsenal wird widerspruchslos hingenommen"

Wien - Der Exil-Iraner und Literaturwissenschafter Bahman Nirumand hat dem Westen vorgeworfen, in Fragen des iranischen Atomprogramms mit unterschiedlichem Maß zu messen. In einem in der "Spectrum"-Beilage der Tageszeitung "Die Presse" abgedruckten Vortrag beim Islam-Symposium in Wien erteilte Nirumand auch der These vom "Kampf der Kulturen" eine Absage. Es gehe dabei allein um Machtinteressen.

"Man kann nicht ständig von der Sicherheit Israels sprechen, dafür dem Land Milliarden an Waffen, auch Nuklearwaffen, liefern, aber die Sicherheit und das Existenzrecht der Palästinenser permanent ignorieren oder deren Missachtung unwidersprochen hinnehmen", sagte Niruman.

"Nackte Interessen"

"Man kann nicht mit Indien, das nicht einmal den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und illegal Atomwaffen gebaut hat, einen umfassenden Vertrag zum Atomtechnologietransfer und Lieferungen von Brennstäben schließen" und zur Atommacht Pakistan schweigen, "einem Land, in dem die Machtübernahme der Radikal-Islamisten keineswegs ausgeschlossen ist", so der in Berlin lebende Exil-Iraner.

Man könne nicht das israelische Atomarsenal unwidersprochen hinnehmen und "auf der anderen Seite Iran unter Kriegsandrohungen die Urananreicherung im eigenen Land verbieten. All das hat weder mit Religion noch mit Kultur zu tun. Das sind nackte Interessen", meinte Nirumand. (red/APA)

Share if you care.