Europa: Kursfeuerwerk nach Schwäche der Vorwochen

27. März 2007, 14:50
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec und Elisabeth Springer aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Nach der Schwäche der vorherigen Wochen lieferten die europäischen Börsen in dieser abgelaufenen Handelswoche geradezu ein Kursfeuerwerk ab. Der europäische Leitindex EuroStoxx50 steigerte sich um über 4%.

Nach deutlichen Kursabschlägen konnten die Finanztitel in den vergangenen Tagen wieder vorrücken. Besonders ABN AMRO legte auf Wochensicht mit plus 16,5% eine absolute Top-Performance ab. Die niederländische Bank wurde in exklusiven Verhandlungen mit der britischen Bankgesellschaft Barclays bereits über Grundzüge ihrer möglichen Fusion einig. Durch diese Übernahme, welche die größte Transaktion im europäischen Bankensektor überhaupt darstellt, würde der nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Bankkonzern in Europa entstehen. Da die UniCredito Italiano ihren Gewinn im vierten Quartal mehr als verdreifachen konnte, legten die Anteile der größten Bankgesellschaft in Italien um kräftige 6,5% zu. Weiters konnten Aktien der Deutschen Bank um 5,9% zulegen, da sie im Vergleich zu anderen europäischen Investmentbanken im US-Subprime Hypothekenmarkt, wo es zuletzt Schwierigkeiten gab, nicht sonderlich engagiert ist.

Neben den starken Finanztiteln ist diese Woche auch die DaimlerChrysler AG mit einem Plus von 9,3% zu erwähnen. Der Konzernchef Dieter Zetsche hat sich, ungeachtet der derzeitigen Lage der US-Tochter, hohe Ziele gesteckt. So wird bis 2009 fast eine Verdoppelung der operativen Umsatzrendite sowie eine Erhöhung der Marge von 3,6% innerhalb dreier Jahre auf knapp sechs Prozent angestrebt. Die absolut beste Perfomance erreichte der französische Baukonzern Eiffage mit einer Kursexplosion von über 30%. Grund dafür ist eine mögliche Übernahmeschlacht der Konkurrenten Sacyr Valleherm und Vinci. Gut lief es auch für TUI AG. Die Ankündigung, die Touristiksparte mit der britischen Gesellschaft First Choice Holidays zu fusionieren und dabei die Aktienmehrheit inne zu halten, wurde von den Anlegern entsprechend honoriert. Die Aktien stiegen über 10%.

Zu den Verlieren auf den europäischen Märkten zählt mit einem Minus von 4% Alcatel-Lucent. Microsoft reichte im Februar bei der US-amerikanischen International Trade Commission eine Beschwerde gegen das Unternehmen wegen unerlaubter Verwendung von Microsoft-Patenten ein und verlangte für die betroffenen Produkte ein Importverbot für die USA. Der italienische Versorger Enel will nun doch zusammen mit Acciona seinen spanischen Wettbewerber Endesa übernehmen. Während die deutsche E.ON AG bereits eine Offerte über EUR 38,75 pro Anteilsschein (EUR 41 Mrd.) vorgelegt hat, werden Enel und Acciona Gerüchten zufolge einen Wert zwischen EUR 40 oder 42 je Endesa-Aktie bieten. Sowohl Enel als auch Endesa und E.ON mussten auf Wochensicht Kursabschläge hinnehmen. Nach dem unerwarteten Anstieg der Volatilität erwarten wir nun wieder einen Rückgang. Auch für nächste Woche stehen wieder einige Unternehmens- und Konjunkturdaten auf der Agenda.

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