Verstrahlungsskandal in Spital weitet sich aus

25. März 2007, 20:16
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Französischen Behörden sprechen von mindestens 24 Fällen

Epinal/Paris - Der Skandal um verstrahlte Krebspatienten im Krankenhaus der ostfranzösischen Stadt Epinal weitet sich aus. Wie das französische Strahlenschutzamt (IRSN) am Freitag in Paris mitteilte, erhielten mindestens 24 Männer, die wegen Prostatakrebs behandelt wurden, um durchschnittlich 20 Prozent überhöhte Strahlendosen. Vier von ihnen sind mittlerweile gestorben. Mindestens ein Todesfall, der im vergangenen Oktober den Skandal ans Licht gebracht hatte, ist den Angaben zufolge direkt auf die Strahlenüberdosis zurückzuführen.

Fast 400 Männer mit leichten Verstrahlungen

Laut IRSN erhielten im gleichen Krankenhaus seit 2001 außerdem 397 Männer leichtere Verstrahlungen. In diesen Fällen waren die Strahlendosen um acht Prozent zu hoch. Die 24 Opfer starker Verstrahlung wurden alle zwischen Mai 2004 und August 2005 behandelt. Erste Symptome der Fehlbehandlung wie Verdauungsstörungen traten dem Bericht zufolge im Juli 2005 auf.

Einige Patienten hatten so schwere Verbrennungen, dass sie einen künstlichen Darmausgang bekommen mussten. Von den leichter verstrahlten Patienten leiden heute 140 an Symptomen wie Entzündungen oder Verdauungsstörungen.

Ersten Untersuchungen zufolge ist die in Frankreich bisher beispiellose Serie von Verstrahlungen auf die fehlerhafte Bedienung der Röntgengeräte zurückzuführen. Dazu kam es offenbar, weil das Personal mit einem Computer-Software-Programm in englischer Sprache, das die Geräte steuerte, nicht ausreichend vertraut war. Dieses Programm wurde im Sommer 2005 durch ein anderes ersetzt. (APA/AFP)

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