Empfindliche Kürzung im Klagenfurter Kulturbudget

23. März 2007, 17:21
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Minus von 225.000 Euro - Neuausrichtung der Stadtgalerie Klagenfurt auch von Sparzwängen geleitet - Hauptausstellung zeigt Retrospektive von Mel Ramos

Klagenfurt - Das Klagenfurter Kulturbudget ist für das laufende Jahr empfindlich gekürzt worden. Stadtrat Albert Gunzer bezifferte das Minus am Freitag bei einer Pressekonferenz mit 225.000 Euro, betroffen sind vor allem die Ermessensausgaben. Eigentlicher Anlass des Pressegesprächs war aber die Neuausrichtung der Stadtgalerie. Leiterin Beatrix Obernosterer muss gegenüber dem Jahr 2005 mit gut 100.000 Euro weniger auskommen.

Umbau zum zehnjährigen Bestehen

Die Galerie, die 2006 ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert hat, präsentiert sich in neuem Gewand, die Räumlichkeiten wurden umgestaltet, der Umbau größtenteils durch Sponsoren finanziert. "Wir wollen weiterhin die klassische Moderne präsentieren, insgesamt aber auch wenig bekannten jungen Künstlern Raum geben", erklärte Obernosterer ihr neues Konzept. So steht das heurige Jahr unter dem Generalthema Pop Art, als Hauptausstellung ist eine große Retrospektive des Kaliforniers Mel Ramos geplant (14. Juni bis 16. September).

Grafitti-Aktion

Rund um die Ramos-Schau hat Obernosterer Nachwuchskünstler platziert. Den Auftakt machen der deutsche Pop-Art-Künstler Jim Avignon und die Schweizerin Marie-Claire Baldenweg (29. März bis 27. Mai). Avignon kommt ursprünglich aus der Sprayer-Szene, sein bürgerlicher Name ist nicht bekannt. Parallel dazu erhalten Grafitti-Künstler die Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Sechs von ihnen können jeweils eine Woche lang eine Wand in der Galerie gestalten. Das Ergebnis wird fotografiert, bevor der nächste an der Reihe ist. Am Ende wird ein Siegerbild gekürt, abstimmen kann man via Internet. Die gesamte Grafitti-Aktion kann über eine Webcam online verfolgt werden.

Die Stadtgalerie will sich überhaupt verstärkt der Jugend widmen. So ist der Eintritt für Schüler und Studenten generell kostenlos, im neu geschaffenen Raum "ARTur's home" können die Kinder auch kreativ arbeiten. "Je früher wir die Kinder für Kunst und Kultur interessieren können, desto besser", begründete Gunzer die Initiative. (APA)

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