Ghana-Coach hadert mit Ausfällen

24. März 2007, 22:31
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"Wenn man auf Spieler wie Essien und Appiah verzichten muss, ist das immer ein Problem" - Mario Haas ist für Le Roy ein alter Bekannter

Stegersbach - Vor dem Fußball-Testspiel am Samstag (20:30 Uhr/live ORF1) in Graz zwischen Österreich und Ghana sind die Personalsorgen beim afrikanischen Teamchef Claude Le Roy deutlich größer als bei seinem Gegenüber Josef Hickersberger. Während der ÖFB-Nationalcoach "nur" auf Marc Janko, Markus Kiesenebner und Jürgen Säumel verzichten muss, fehlen dem Franzosen in den verletzten Michael Essien und Stephen Appiah seine beiden Schlüsselspieler im Mittelfeld.

"Können sehen, wo wir ohne sie stehen"

An diesem Verlust hat Le Roy schwer zu knabbern. "Wenn man Spieler von solcher Qualität vorgeben muss, ist das immer ein Problem. Unser Spiel ist auf unsere Stärke im Mittelfeld aufgebaut, jetzt müssen wir eine andere Lösung finden", sagte der Franzose, der Kicker im Teenager-Alter für das Klasse-Duo nachnominierte.

Erstmals seit seinem Amtsantritt im September des Vorjahres muss Le Roy ohne seine beiden wichtigsten Akteure auskommen. "Vielleicht ist das aber eine gute Sache, denn jetzt können wir sehen, wo wir ohne sie stehen."

Über Haas: "Ein sehr guter Spieler"

Auch auf Grund der hochkarätigen Ausfälle rechnet Le Roy in der Grazer UPC-Arena mit einem harten Stück Arbeit. "Es wird ein schwieriges, aber interessantes Match. Österreich hat viele gute Spieler", behauptete der Coach. In seiner Zeit als Straßburg-Betreuer holte Le Roy den aktuellen ÖFB-Teamstürmer Mario Haas nach Frankreich, wo sich dieser aber nicht durchsetzen konnte. "Doch das war nicht seine Schuld, er ist ein sehr guter Spieler."

Le Roy gilt als Afrika-Spezialist, betreute er doch vor den "Black Stars" bereits die Auswahlen von Kamerun, Senegal und Kongo. Mit Kamerun traf der 59-Jährige bei der WM 1998 auf die Österreicher, die durch einen Last-Minute-Treffer von Toni Polster gerade noch ein 1:1 schafften.

Oft in Afrika

Im Gegensatz zu vielen seiner europäischen Trainerkollegen in Afrika befindet sich Le Roy die meiste Zeit vor Ort und widmet sich dabei dem Nachwuchs. "Wenn man seinen Job in Afrika machen will, muss man auch in Afrika bleiben. Was meine Spieler in Europa machen, weiß ich sowieso."

Zu seinen Europa-Legionären zählt auch Laryea Kingston, der für den schottischen Klub Hearts spielt und es in Edinburgh nach der Entlassung des Ex-Austrianers Waldas Iwanauskas demnächst mit einem neuen Trainer zu tun bekommt. Der Mittelfeldspieler betonte, dass für ihn und seine Kollegen die Österreich-Partie und nicht die drei Tage später in Stockholm stattfindende WM-Revanche gegen Brasilien im Mittelpunkt stehe. "Die ganze Mannschaft ist nur auf Österreich konzentriert, erst nach diesem Match beschäftigen wir uns mit Brasilien", versprach Kingston.

Diese Gewissenhaftigkeit der Spieler sei ein Verdienst von Le Roy, meinte der frühere deutsche Bundesliga-Profi Anthony Baffoe, der mittlerweile unter anderem als Berater des ghanaischen Verbandes arbeitet. "Er identifiziert sich mit Afrika und wird von den Spielern respektiert", erklärte der frühere Hickersberger-Schützling bei Fortuna Düsseldorf.(APA)

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