Die meisten Asylsuchenden weltweit aus dem Irak

14. Jänner 2008, 21:34
6 Postings

UNHCR veröffentlichte Jahresstatistik 2006 - Österreich mit größtem Rückgang an Anträgen unter wichtigsten Aufnahmeländern

Genf/Wien - Der Irak ist im Vorjahr das Hauptherkunftsland von Asylsuchenden in Industriestaaten gewesen. Weltweit hat die Gesamtzahl der Asylanträge 2006 das fünfte Jahr in Folge abgenommen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Jahresstatistik des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR hervorgeht. Unter den wichtigsten Aufnahmeländern fiel in Österreich der Rückgang bei den Anträgen am stärksten aus, nämlich um 41 Prozent im Vergleich zu 2005.

Österreich mit größtem Rückgang an Anträgen

Mit 13.350 Asylanträgen hatte Österreich den Angaben zufolge die niedrigste Zahl seit 1997 zu verzeichnen. Auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, liegt Österreich bei den Asylsuchenden jedoch an vierter Stelle in der EU hinter Zypern, Malta und Schweden. In dem Insel-Staat Zypern mit 690.000 Bürgern kamen zwischen 2002 und 2006 32 Asylwerber auf 1.000 Einwohner, hierzulande waren es bei 8 Mio. Einwohnern 16.

Insgesamt wurden im Vorjahr 199.000 Anträge in den damals noch 25 EU-Staaten eingereicht. Laut UNHCR war dies die niedrigste Zahl seit 20 Jahren und um 53 Prozent weniger als noch 2002.

Restriktive Maßnahmen

Das Hochkommissariat führt die Rückgänge einerseits auf verbesserte Bedingungen in einzelnen Herkunftsländern zurück, andererseits spielten die zunehmend restriktiven Maßnahmen in vielen Industriestaaten eine Rolle, die potenzielle Asylsuchende von einem Antrag abhielten. "Das Ziel, die Zahl der Asylsuchenden so gering wie möglich zu halten, kann dazu führen, dass Flüchtlingen dringend benötigter Schutz verweigert wird", bekräftigte das UNHCR am Freitag in einer Aussendung seine Besorgnis.

Der große Anstieg bei der Zahl der Asylanträge von Irakern um 77 Prozent auf 22.200 steht also in starkem Kontrast zum allgemeinen Abwärtstrend bei der Gesamtzahl der Asylbegehren. Unmittelbar vor dem Sturz des Regimes von Diktator Saddam Hussein beantragten 2002 allerdings 50.000 Iraker Aufnahme im Ausland. Weitere Hauptherkunftsländer im Jahre 2006 waren China (18.300), die Russische Föderation (15.700) sowie Serbien und Montenegro (15.600). EU-weit führten die Iraker die Werber-Statistiken mit 19.400 Anträgen an. Was die Herkunft von Asylsuchenden betrifft, lagen sie in Österreich nur an zehnter Stelle (380 Anträge). Insgesamt leben derzeit geschätzte zwei Millionen Iraker außerhalb ihres Heimatlandes, die Hälfte davon in Syrien, 750.000 in Jordanien.

USA wichtigstes Aufnahmeland

Unter den wichtigsten Aufnahmeländern war Österreich das Ziel von 6,1 Prozent der Asylsuchenden weltweit, eine Verminderung um 2,2 Prozent. Diese Statistik führt die USA an, wohin sich 17 Prozent aller Asylwerber (51.500) wandten. Danach kommen Frankreich (10,1 Prozent), Großbritannien (9,2) , Schweden (8,0) Kanada (7,6), Deutschland (7,0) und vor Österreich an achter Stelle noch die Niederlande (4,8). (APA)

Share if you care.