Zwei Jahre Haft für DJane, die mit fremdem Geld CDs bestellte

10. Juli 2007, 13:09
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"Ich wollte einfach, dass die Leute in Wien diese Musik hören" - 9.000 Euro Schaden bringen zwei Jahre Haft

Eine als DJ tätige Frau ist am Freitag im Wiener Straflandesgericht wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt verurteilt worden. Die 43-Jährige hatte in zahlreichen Fällen Briefkästen aufgebrochen, sich so auf dem Postweg zugestellte Kredit- und Bankomatkarten und die dazu passenden Codes beschafft und damit über Internet hauptsächlich Bestellungen bei Schallplatten- und CD-Händlern durchgeführt.

9.000 Euro Schaden

Die Frau richtete einen Schaden von über 9.000 Euro an, ehe ihr im Vorjahr nach längerem Treiben das Handwerk gelegt werden konnte. Die ehemalige Pharmareferentin dürfte nach ihrer Scheidung in eine Lebenskrise gefallen sein, zumal der zehnjährige Sohn ihrem Ex-Mann zugesprochen wurde. Sie gab ihren Job und damit ihr überdurchschnittliches Einkommen auf und ihren Leidenschaften nach: Neben Kasino-Besuchen - die Frau bezeichnet sich selbst als spielsüchtig - ist das vor allem elektronische Musik.

WienerInnen sollten die Musik hören

"Ich habe in mehreren Wiener Lokalen aufgelegt", berichtete die 43-Jährige einem Schöffensenat (Vorsitz: Bettina Körber). Offensichtlich mangelte es ihr aber an Barem, um ihre Plattensammlung um die neuesten Tonträger erweitern. Also verfiel sie auf die Idee, sich dazu fremden Vermögens zu bedienen: "Ich wollte diese CDs unbedingt haben! Ich wollte einfach, dass die Leute in Wien diese Musik hören!"

Generalschlüssel

Mit einem Generalschlüssel, den sie über einen Bekannten besorgt hatte, öffnete sie in größeren Wohnanlagen die Briefkästen und eignete sich die Plastikkarten ahnungsloser Kunden an. Sie hielt an den folgenden Tagen regelmäßig Nachschau, ob auch die Kuverts mit den Codes schon eingetroffen waren. War dies der Fall, steckte sie diese ein, setzte sich daheim vor den PC und tätigte ihre Bestellungen.

"Irgendwie ein Spiel"

"Es war so irgendwie ein Spiel. Ich habe niemandem Weh getan, ich habe keine Gewalt angewendet", sagte die Beschuldigte. Ihr umfassendes Geständnis wurde bei der Strafbemessung mildernd berücksichtigt. Wie sie den angerichteten Schaden - betroffen ist die Firma Europay, nicht die jeweiligen Karten-Inhaber - zurückzahlen soll, erscheint fraglich.(APA)

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