Nach dem Windloch

26. März 2007, 16:34
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In einer Broschüre über die Umgebung von Steyr ist die Rede von einer "unglaublich weiten Fernsicht": Fernsehen am Damberg bei Sand

In einer Broschüre über die Umgebung von Steyr ist die Rede von einer "unglaublich weiten Fernsicht", die der Damberg am rechten Ufer der Enns bietet. Daher wird die Warte auf dem höchsten Punkt gerne aufgesucht, denn der Blick ist tatsächlich überwältigend. Im Süden bilden Hochschwab, ein Teil der Gesäuseberge und das Tote Gebirge den Horizont, im Norden schweift der Blick weit ins Wald- und Mühlviertel, bis zum Böhmerwald und zum bereits in Bayern liegenden Hochstauf. Zu überschauen sind ein erheblicher Teil des Alpenvorlandes, des unteren Ennstales sowie die Hügelkette am südlichen Donauufer.

Die Meriten des Berges

Da bis zum Gasthof Schoiber eine Straße führt, ist der höchste Punkt in einem Spaziergang zu erreichen, es lässt sich aber auch eine ansprechende Wanderung planen, bei der man die Meriten des Berges kennenlernt.

Windloch

Interessant ist der Aufstieg von Sand, an dem das Windloch liegt. Die Höhle hat der Sage nach eine unterirdische Verbindung nach Garsten oder gar nach Losenstein, zudem sollen in ihrem Inneren riesige Schätze verborgen sein, die aber noch niemand zu Gesicht bekommen hat. In den Annalen ist vermerkt, dass im Jahre 1620 der gesamte Konvikt von Garsten einen Ausflug zu der Höhle unternommen hat, um die geheimnisvollen Gänge zu erkunden. Mit einer Länge von 96 m und einer Tiefe von 37 m ist das Windloch jedenfalls die größte Höhle des Gebietes; sie weist Felsritzungen auf, die bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen. Die von Sand ausgehende Route ist etwas steiler als die anderen, besondere Mühen aber macht sie wegen der geringen Höhendifferenz und Entfernung nicht.

Die Route: In Sand an der Ennstal-Bundesstraße wählt man die rote Markierung, die in zwei langen Kehren zu einem Rücken und auf diesem zur Höhe führt. Man passiert das Windloch und erreicht über den Kamm den Gipfel des Dambergs mit der Aussichtswarte. Gehzeit ab Sand zwei Stunden. Auf dem rot markierten Mariazeller Weg geht es dann in einer Viertelstunde hinab zum Gasthaus Schoiber.

Nun kurze Zeit auf dem Mariazeller Weg zurück, dann hält man sich rechts, um unterhalb der Laurentiuskirche im leichten Anstieg die Hönigmeier-Wiese und die Aufstiegsroute zu erreichen, auf der man über das Windloch zum Ausgangspunkt Sand zurückkehrt. Gehzeit ab Gasthaus Schoiber 1½ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25.3.2007)

Gesamtgehzeit: 3¾ Stunden, Höhendifferenz: rund 650 m. Gasthaus Schoiber als _Stützpunkt. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 51 (Steyr) und 69 (Großraming).
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