Großkampftag für Österreichs Schwimmer

25. März 2007, 13:50
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Gleich sieben OSV-Athleten zum Auftakt im Einsatz - Mehrere nationale Rekorde im Visier - WM-Comeback von Mirna Jukic

Melbourne - Finalteilnahmen darf man sich mit größter Wahrscheinlichkeit noch nicht erwarten, doch für Österreichs Schwimmer beginnt die WM in Melbourne gleich am Sonntag mit einem "Großkampftag". Gleich sieben OSV-Athleten bestreiten in der Rod Laver Arena ihre ersten Vorläufe. Neue nationale Rekorde haben sich Birgit Koschischek (100 m Delfin) sowie Dominik Koll und David Brandl (beide 400 m Kraul) vorgenommen, Mirna Jukic gibt nach einem Jahr krankheitsbedingter Pause ihr Comeback auf der großen Bühne.

Die 200 m Lagen sind für die WM-Dritte von Montreal 2005 aber nicht mehr als ein Einschwimmen für die ab Montag folgenden Bewerbe auf der Brust-Lage. "Ich freue mich einfach, wieder bei einer WM zu sein", versicherte Jukic, die vor einem Jahr an Pfeiffer'schem Drüsenfieber erkrankt war und erst im September wieder voll mit dem Training begonnen hatte. "Jeder weiß, was hinter mir liegt. Daher erwarte ich mir auch nicht viel." Die WM sei eine Zwischenstation auf dem Weg Richtung Olympia 2008 in Peking.

"Für mich wäre es daher wichtig, zu sehen, dass ich ein wenig aufgeholt habe", erklärte Jukic, die zumindest über 200 m Brust das Finale im Visier hat. "Langfristig will ich aber dorthin zurück, wo ich schon einmal war." Ganz oben. Ihr jüngerer Bruder Dinko Jukic gibt in Melbourne sein WM-Debüt. Auf den 18-Jährigen wartet ein Mammutprogramm mit vier Einzelstrecken und einer Staffel, das am Sonntag mit 50 m Delfin beginnt. "So lange man jung ist, muss man so viel schwimmen", erklärte der Wiener.

Dass auch er noch lange nicht zum alten Eisen gehört, will Maxim Podoprigora beweisen. Der Ex-Europameister hat mehr denn je an sich gearbeitet und dabei vor allem auf Krafttraining gesetzt. "Meine Beine sind stärker", versicherte der 28-Jährige, der zwar im Training bereits sehr schnell gewesen sein soll, mit Prognosen aber vorsichtig geworden ist. "Ich habe auch in Montreal geglaubt, dass ich sehr gut bin." Die 100 betrachtet Podoprigora als Aufgalopp für seine Spezialstrecke, die 200 Meter Brust.

Koll und Brandl dürften um den OSV-Rekord duellieren. Wie bei der EM in Budapest muss Koll vorlegen. "Wenn er meinen Rekord knackt, dann sollte das genug Motivation sein", meinte sein Trainingspartner. Koll hat als großes WM-Ziel am Montag ohnehin das Halbfinale über 200 Meter im Visier. "Das wäre eine riesige Leistung", meinte Trainer Helge Gödecke. "Denn in keinem anderen Bewerb ist die Dichte so groß." Das 16-jährige Allround-Talent Nina Dittrich tritt wie Mirna Jukic über 200 m Lagen an.

Koschischek ist nach der Absage von Fabienne Nadarajah, die erst am Mittwoch (50 m Rücken) ins WM-Geschehen eingreift, die einzige OSV-Starterin über 100 m Delfin. Dort will die Wienerin ihren Rekord erstmals unter eine Minute drücken. In Budapest war sie als 13. eine Hundertstel-Sekunde an der Schallmauer vorbeigeschwommen. "Ich fühle mich hier zwar langsam, aber das liegt zum Glück nur an der Wassertiefe", erklärte die 19-Jährige. Die beträgt im temporären WM-Pool drei Meter. Sonst sind in Wettkampfbecken nur zwei Meter vorgeschrieben.

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