Chinesische Schüler leiden unter Depressionen und Schlafstörungen

16. Juli 2007, 11:16
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Schon Grundschüler besorgt über ihre Schulleistungen - Auch Lehrern geht es nicht viel besser - Viele sind ausgebrannt

Peking - Viele chinesische Schüler leiden wegen des Leistungsdrucks unter massiven psychischen Problemen. Nach einer Studie in der südchinesischen Stadt Guangzhou haben fast 42 Prozent der Oberschüler Depressionsphasen. Nahezu 38 Prozent litten unter Schlafstörungen, wie die "China Daily" am Mittwoch berichtete.

Auch Lehrer leiden

Selbst die Lehrer könnten dem Druck kaum noch standhalten. 46 Prozent von ihnen seien ausgebrannt und wollten ihren Beruf aufgeben, ergab die Erhebung der örtlichen Konsultativkonferenz, einem Beratergremium der Lokalregierung. "Psychische Probleme sind unter Schülern und Lehrern weit verbreitet, das beschränkt sich nicht auf Guangzhou", sagte Lin Jianhong von der Oberschule der South China Normal University.

Zwar nehme der Leistungsdruck in den höheren Klassen zu, doch seien sogar schon Grundschüler so besorgt über ihre Schulleistungen, dass fast 20 Prozent von ihnen unter Schlafstörungen litten. Unter den Mittelschülern seien es mehr als ein Viertel. "Die zuständigen Behörden und Schuldirektoren sollten Maßnahmen ergreifen und psychologische Beratungsstellen einrichten, damit sich die Situation nicht verschlimmert. Ernste psychische Probleme könnten zu Gewalt und Selbstmorden an Schulen führen", sagte der Experte Yang Yaming, der an der Studie mitgearbeitet hat. Schon jetzt verspürten elf Prozent der Lehrer den Drang, ihre Schüler zu beschimpfen und mehr als ein Viertel fühle sich von der Umwelt missverstanden.

Zusätzlich Kurse am Wochenende

Bereits im Jahr 2005 hatte eine Studie an 2500 Schulkindern in sechs chinesischen Städten ergeben, dass 66 Prozent der Grundschüler und 77 Prozent der Oberschüler nicht genügend Schlaf bekommen. Als Reaktion hatten einige Schulen den Unterricht verkürzt, um den Kindern mehr Zeit zum Spielen und Schlafen einzuräumen. In mehreren Schulen in Schanghai beginnt der Unterricht laut "China Daily" seitdem 15 Minuten später. Trotz der langen Schulzeiten schicken viele Eltern ihre Kinder aber auch am Wochenende noch zu ergänzenden Kursen. Damit wollen sie die Chancen erhöhen, dass die Volksschüler später an einer guten Schule angenommen werden. (apa/dpa)

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    Sorge um Chinas Grundschüler - viele von ihnen leiden unter Leistungsdruck.

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