Niki Lauda fordert Europa-Offensive für Umweltschutz

27. März 2007, 18:49
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Kritik an "kleinkariertem Dumm-Agieren" österreichischer Politiker

Hamburg/Wien - Niki Lauda, früherer Formel I-Weltmeister und Gründer der Billigfluggesellschaft "Niki", fordert in Sachen Umweltschutz ein europaweit einheitliches Vorgehen. Europa müsse vielmehr mit einem klarem Konzept den Rest der Welt überzeugen. "Eine Mineralölsteuer hat nichts mit Umweltschutz zu tun, das bedeutet nur höhere Steuereinnahmen für den Finanzminister", sagte Lauda vor österreichischen Journalisten in Hamburg.

Die geplante Einführung von Emissionshandel könnte das Problem nachhaltig lösen. Beide Maßnahmen zusammen wären aber "wie das gleichzeitige Einführen von Vignette und Road Pricing". Ein europäischer Alleingang beim Emissionshandel wäre wettbewerbsverzerrend. "Es kann nicht sein, dass wir Europäer uns einschränken und die Inder und Chinesen brauchen das nicht zu tun", so Lauda.

Verärgert zeigte sich der Niki-Chef insbesondere über das "kleinkarierte Dumm-Agieren" heimischer Politiker. Ständig kämen neue nicht zielführende Vorschläge, anstatt das Thema effizient auf europäischer Ebene anzugehen. Lauda vermisst auch Gesprächsbereitschaft der zuständigen Politiker, so sei Verkehrsminister Werner Faymann (S) für ihn nicht zu sprechen.

Fragwürdige Berechnung

Fragwürdig sei auch die geplante Berechnung der Emissionsrechte für Fluggesellschaften, die sich am durchschnittlichen Verbrauch in den Jahren 2004 bis 2006 orientiert. Damit würde letztlich hoher Verbrauch belohnt, der Einsatz energiesparender Flugzeuge durch geringere zugestandene Rechte bestraft. Neu gegründete Airlines müssten überhaupt alle Emissionsrechte erst teuer erkaufen.

Das Anprangern der Luftfahrt als Umweltsünder sei ungerechtfertigt. Gerade die Luftfahrt sei durch den Spritpreis zum Treibstoffsparen angetrieben, neue Flugzeuge würden stets weniger verbrauchen. Der Anteil der Luftfahrt an der Luftverschmutzung sei gering, er liege je nach Sichtweise zwischen zwei und drei Prozent. Er selbst habe keine Lösung, so Lauda, das sei schließlich Aufgabe der Politiker.(APA)

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    Niki Lauda macht sich stark für die Umwelt

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