UIAG-Chef Stiassny geht

12. April 2007, 15:12
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Kurt Stiassny widmet sich "neuen Aufgaben" im Private Equity-Bereich, Herbert Paierl künftig UIAG-Alleinvorstand

Wien - Der langjährige Chef der börsenotierten Unternehmens Invest AG (UIAG), Kurt Stiassny, verlässt das Unternehmen per Ende April. Stiassny werde sich "neuen Aufgaben im Bereich Private Equity zuwenden", teilte die UIAG am Freitag überraschend mit. Künftig soll Dipl.-Ing. Herbert Paierl, der ehemalige steirische Wirtschaftslandesrat (VP), das Unternehmen als Alleinvorstand führen. Paierl ist seit Anfang Jänner 2007 im UIAG-Vorstand tätig.

Nach einem für die UIAG "sehr erfolgreichen Jahr 2006" für die UIAG wolle Stiassny künftig Eigenkapitalfinanzierungen mit einem eigenen Fonds gemeinsam mit bekannten Partnern aus dem Bankenbereich, dem Privat Equity Bereich sowie privaten Investoren und Stiftungen durchführen.

Konzernleitung seit 1990

Mag. Kurt Stiassny (56) hat die UIAG seit ihrer Gründung im Jahr 1990 geleitet und sie zur erfolgreichsten börsenotierten Beteiligungsgesellschaft Österreichs aufgebaut. Er werde auch in seiner neuen Funktion der UIAG "partnerschaftlich zur Seite stehen", heißt es. Geplant sei, dass er gemeinsam mit der UIAG Beteiligungsprojekte betreut oder umsetzt.

"Der Name Kurt Stiassny steht für eine lange Reihe erfolgreicher Beteiligungs- und Börseprojekte, wie etwa Andritz, Palfinger, Wolford und zuletzt die Bene AG", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Pierer.

Stiassny möchte sich auch weiterhin mit der Finanzierung von Unternehmen beschäftigen. Im Unterschied zur UIAG will er mit Partnern aber künftig mit einem reinen Private Equity-Fonds in Erscheinung treten, während in der UIAG auch industrielles und Sanierungs-Know-how vertreten war.

Fokus auf heimischen Mittelstand

"Ich werde dasselbe machen, was ich 16 Jahre lang gemacht habe - mit anderem Namen und auf eigene Rechnung", sagte Stiassny. Der Fokus soll auf dem heimischen Mittelstand liegen, darunter versteht er "mittlere bis größere Unternehmen" hauptsächlich aus dem Gewerbebereich. Es gebe Bedarf für einen österreichischen Kerninvestor, der fallweise mit unterschiedlichen Partnern arbeite und "österreichische Lösungen erleichtert", sagte Stiassny.

Als Konkurrenz zur UIAG versteht Stiassny sein künftiges Projekt nicht: "Wir ergänzen uns perfekt". Vielmehr werde die UIAG einer seiner präferierten Partner sein. Stiassny kann sich ein Volumen in der Größenordnung von 100 Mio. Euro vorstellen. Konkret wolle er sich noch nicht zu seinem neuen Projekt äußern.

Den Begriff "gute Heuschrecke" würde Stiassny für sein neues Projekt nur bedingt verwenden. "Das ist ein Modebegriff", meint der UIAG-Chef. Mit der Finanzierung und Sicherung eines Unternehmens würden letztlich auch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen abgesichert. Die UIAG habe nie ein Unternehmen zerschlagen. Es sei aber richtig, dass ein Finanzinvestor nur eine bestimmte Zeit in einem Unternehmen engagiert bleibe.

Dieser neue Fonds könnte auch als Koordinator oder Initiator für einen "österreichischen Kernaktionär" in Erscheinung treten, sagte Stiassny heute. Dieses Thema war zuletzt wieder durch Pläne für eine Übernahme des heimischen Edelstahlherstellers Böhler-Uddeholm aktuell geworden. (APA)

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UIAG
  • Kurt Stiassny verlässt die UIAG per Ende April.
    foto: standard/uiag

    Kurt Stiassny verlässt die UIAG per Ende April.

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