Oracle verklagt SAP wegen "unternehmerischen Diebstahls"

4. April 2007, 10:37
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US-Konzern wirft Deutschen Software-Klau in großem Stil vor

Der deutsche Softwarehersteller SAP will die vom US-Konkurrenten Oracle eingereichte Klage wegen illegalen Bezugs und Nutzung urheberrechtlich geschützter Computerprogramme zunächst nicht kommentieren. Die von Oracle in einem Klageschrift am Vortag in den USA erhobenen Vorwürfe müssten erst genau geprüft werden, sagte eine SAP-Sprecherin am Freitag in Walldorf.

Überraschend

Zu den für das Unternehmen völlig überraschend gekommenen Beschuldigungen selbst könne SAP daher noch keine Stellung nehmen. Dabei verwies die Sprecherin auf das angelaufene Verfahren.

"Firmendiebstahl in großem Maßstab"

Im Klageantrag für ein Bezirksgericht in San Francisco spricht Oracle von "Firmendiebstahl in großem Maßstab", der von einem "als SAP bekannten Konglomerat" begangen worden sei. SAP habe sich systematisch und illegal Zugang zu Online-Seiten von Oracle für die Software-Unterstützung der Kunden verschafft. Dafür seien die Kennungen und Passwörter von Oracle benutzt worden.

Downloads

Oracle habe das Herunterladen von mehr als 10.000 nicht autorisierten Downloads auf Computer im texanischen Bryan verfolgt, wo SAP eine Niederlassung habe und der Sitz der SAP-Tochter TomorrowNow sei. Durch die gestohlenen Programme könne SAP Kunden, die Oracle-Programme nutzten, preiswertere Dienstleistungen zur Unterstützung anbieten. Damit verschaffe sich SAP einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Erbitterter Kampf

Oracle kämpft mit dem in Walldorf ansässigen und weltgrößten Hersteller von Unternehmenssoftware erbittert um Marktanteile und hat dabei in den vergangenen drei Jahren rund 20 Milliarden Dollar für den Kauf von Rivalen ausgegeben, darunter Hyperion Solutions, PeopleSoft und Siebel Systems. Der US-Konzern versucht derzeit, SAP Anteile am Markt zur Automatisierung von Unternehmensvorgängen abzujagen. (APA/Reuters)

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