Ex-Rebellenführer Bemba in südafrikanische Botschaft geflüchtet

23. März 2007, 11:05
posten

Nach heftigen Kämpfen zwischen seiner Miliz und Regierungstruppen - UNO-Truppen bringen Zivilisten vor Kämpfen in Kinshasa in Sicherheit

Kinshasa/Johannesburg - Nach heftigen Kämpfen zwischen der Miliz des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Bemba und der regulägen Armee hat Bemba in der südafrikanischen Botschaft in Kinshasa Zuflucht gesucht. Das bestätigte ein Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums in Johannesburg am Freitag. Gegen den früheren Vizepräsidenten Bemba haben die Behörden in Kinshasa Haftbefehl wegen Hochverrats ausgestellt.

UNO-Truppen bringen Zivilisten vor Kämpfen in Sicherheit

Nach Augenzeugenberichten hielten die Kämpfe in der Hauptstadt die Nacht über an. "Es wird in der ganzen Innenstadt von Haus zu Haus gekämpft", sagte Colin Gleichmann, Leiter des Büros der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kinshasa. Im Hafen sei ein Benzindepot in Flammen aufgegangen. Wie viele Menschen getötet und verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt. Die UNO-Friedensmission MONUC hat mindestens 450 Zivilisten aus den umkämpften Gebieten in gepanzerten Fahrzeugen in Sicherheit gebracht.

Ausgelöst wurden die schweren Kämpfe durch die Aufforderung der Regierung an Bemba, seine umfangreiche Privatmiliz zu entwaffnen oder in die reguläre Armee zu integrieren. Die UNO-Mission in der Demokratischen Republik Kongo mit etwa 17.000 Mann war während der Wahlen im vergangenen Jahr, aus denen Präsident Joseph Kabila als Sieger hervorgegangen war, von einer EU-Friedenstruppe unterstützt worden. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der frühere Rebellenführer und Präsidentschaftskandidat Jean-Pierre Bemba ist in die südafrikanische Botschaft geflohen, eine "vorübergehende Maßnahme", wie es aus Johannesburg heißt.

Share if you care.