Befragungen im Asylverfahren sind für alle Beteiligten unangenehm. Die Asylsuchenden sehen sich den Autoritäten ausgeliefert, durch verwirrende Rechtsbestimmungen verunsichert, vor allem aber haben sie Angst, weil sie wissen, dass die Entscheidung über ihren zukünftigen Aufenthalt außerhalb ihres Einflusses und - zumindest erstinstanzlich - in den Händen einer einzigen Person liegt. Die BeamtInnen hingegen müssen in Lebensgeschichten stochern, Indizien finden, und dann Entscheidungen treffen, die tiefgreifende Konsequenzen für die Zukunft der asylsuchenden Menschen haben.
Dass Letztere mit ihrer Aufgabe häufig überfordert sind, zeigen Ausschnitte aus Befragungsprotokollen und Asylbescheiden, wie sie derStandard.at vorliegen.

"Sie haben eine schöne Uhr. Stammt diese aus Nigeria?"
So leitete ein Beamter sein Interview mit der Frage ein: "Sie haben eine schöne Uhr. Stammt diese aus Nigeria?". Die Tatsache, dass die Asylwerberin die Uhr selbst gekauft hatte, den Preis aber nicht mehr wusste, kam der Behörde offensichtlich verdächtig vor - Asyl abgelehnt.

"In der Großstadt Gorkahpur wurde ein Transvestit (Eunuch) zum Stadtpräsidenten gewählt"
Ein Inder, der angab, als Homosexueller in seiner Heimat Repressionen ausgesetzt zu sein, wurde von der Behörde für unglaubwürdig erklärt. Homosexualität sei "in Indien nicht illegal", begründete der Beamte fälschlicherweise, denn "in der Großstadt Gorkahpur wurde ein Transvestit (Eunuch) zum Stadtpräsidenten gewählt". Asyl abgelehnt.

"Außerdem kann es auch in Österreich zu Anfeindungen von Homosexuellen kommen"
Ein ebenfalls homosexueller Asylwerber wurde wiederum darauf hingewiesen, dass "die freie Auslebung von Homosexualität auch in Österreich noch nicht überall und jederzeit möglich ist": Asylbescheid negativ.

"Was verstehen Sie unter dem Begriff 'Devisen- und Valutengeschäft'?"
Ein mongolischer Flüchtling, der angab, als politisch engagierter Wirtschaftsstudent verfolgt worden zu sein, erlebte, wie aus der behördlichen Befragung ein Finanzwirtschafts-Test wurde: "Was verstehen Sie unter dem Begriff Devisen- und Valutengeschäft? Unter dem Begriff Kapitalfinanzierungsgeschäft?" Den BeamtInnen war der Mann nicht sattelfest genug - es sei "nicht nachvollziehbar, dass der Ast. (Antragsteller, Anm.) höchst allgemeine Fragen im Zusammenhang mit Bankgeschäften nicht beantworten konnte" - Asyl abgelehnt. (mas)
Die ÖVP will alle Asylwerber fünf Tage kasernieren, die SPÖ lehnt eine generelle Internierung ab
Einspruch gegen Aufhebung des Eberauer Baubescheids - Im März findet in den Bezirken um Eberau eine Volksbefragung über das Zentrum statt. Die SPÖ verlangt, dass das Ergebnis bindend ist
Ein "Gremium" soll den Integrationsplan der Regierung umsetzen und die Ergebnisse kontrollieren - Wer, wann und wie, ist noch unklar
Zum zweiten Mal abgelehnt - auch Lebensgefährtin ausgewiesen
Salzburger Helfer: Bis zu einhundert HIV-positiven Patienten droht Abschiebung
Das Land Kärnten zahlt auf der umstrittenen Saualm für 25 angeblich straffällige Asylwerber einen Pro-Kopf-Pauschalbetrag - garantiert über zwei Jahre
Seit Jahresbeginn 2010 gilt das neue Asylrecht - In Traiskirchen bekamen Flüchtlinge schon die eingeschränkte Bewegungsfreiheit zu spüren
Die neue Regelung umfasst auch strenge Meldepflichten, und das könnte der Polizei viel Zusatzarbeit bescheren
Angst und Unsicherheit haben Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre Geschwister in den vergangenen zwei Jahren zur Genüge ausgekostet
Innenministerium kündigt Beschwerden bei VfGH und VwGH gegen Aufhebung des Baubescheides an - Die Einspruchs-Frist läuft kommende Woche aus
Im Montafon leben 100 Asylwerber - Doch 38 davon sind von der Abschiebung bedroht - Nun kämpfen die Schrunser für die neuen Nachbarn
Vordernberger Bürger zu 69,9 Prozent einverstanden
Oberösterreich besonders großzügig - Grüne: Bundesländer näher an den Menschen als Ministerium
Innenministerium sah keine Gründe für humanitären Aufenthalt serbischen Paares
Der Schriftsteller Robert Menasse ist prononcierter Gegner der Asyl- und Fremdenrechtsnovelle, die heute im Parlament beschlossen wird - Er sieht austrofaschistische Kontinuitäten
Gesetzesentwurf ohne zeitliche Obergrenze für Asylwerber-Aufenthaltspflicht
Die die sich des Themas offensiv, nicht defensiv, humanitär, aber ohne falsche Illusionen, realistisch, aber nicht zynisch annehmen, die werden die Zukunft bestimmen
Flüchtlinge müssen im Extremfall bis zu sechs Wochen in Erstaufnahmestelle bleiben
Klagenfurter Wifi hilft Asylwerber, der zehn Tage vor Beendigung eines Schweißkurses abgeschoben wurde
Mayer: "Das ist ein Gefängnis auf Deutsch gesagt" - Funk sieht ebenfalls Eingriff in die persönliche Freiheit - Öhlinger ortet Graubereich
Ein Saualm-Flüchtling wollte freiwillig zurückkehren - Einen Kurs, der ihm eine neue Existenz ermöglichen sollte, durfte er nicht mehr beenden
Korun: "Haft wird zur Regel, Freiheit zur Ausnahme" - BZÖ für rasche Abschiebung - FPÖ fordert Verschärfung - Caritas ortet "Ablenkungsmanöver"
Experten wittern im neuen Kinderrechte-Gesetz eine Hintertür: Ausländische Kinder können benachteiligt werden
Menschen, die kein Delikt gesetzt hätten, so lange in Haft zu setzen, sei "völlig undenkbar"
Eid auf die Fahne bei Staatsbürgerschaftsverleihung - Will Qualifikationspflicht für Jugendliche - Sonst Verlust der Familienbeihilfe
Direktor Chalupka: Traiskirchen wird durch Fekters Vorschlag nicht entlastet
Aufgerüttelt durch den fremdenfeindlichen Wahlkampf der FPÖ, bietet die ÖVP nun bessere Rahmenbedingungen für die Integrationspolitik
Betreiberin erhält Geld unabhängig von Zahl der tatsächlich Betreuten - Dörfler will "nicht bei der Sicherheit sparen"
Die Vergabepraxis des Innenministeriums für die Betreuung von Schubhäftlingen sorgt für Aufregung unter Sozialorganisationen - Kritik von Caritas und Diakonie
Bürgerbüro-Leiter verbreite "einseitige" Botschaften - Menschen fühlten sich "bedrängt"
Innenministerin Maria Fekter macht mit der Asylwerberinternierung im Erstaufnahmeverfahren Ernst
Anmerkungen zur Endlosdebatte um das "Ausländerproblem" unter Berücksichtigung der Sozialdemokratie - und eines zivilgesellschaftlichen Vorzeigemodells
Präsidentin Barbara Helige für mehrere kleinere Erstaufnahmenzentren und EU-Lastenausgleich
Einen fesselnd-schlichten Film hat Nina Kusturica jungen Flüchtlingen in Österreich gewidmet - Ab Freitag im Kino
Ausweisung von HIV-positiven Patienten umstritten
Wie die Fremdenpolizei versucht, unliebsame Ausländer abzuschieben
Darabos wäre bereit, dem Innenministerium Kaserne zu verkaufen
Vor dem Hintergrund der jüngsten Gewaltakte - Nur noch 33 Prozent der Asylanträge werden anerkannt
"Mein Glück war, dass es in England keinen Innenminister vom Schlage der Frau Fekter gab"
Salzburger Plattform für Menschenrechte ortet massive Verschlechterung der Zustände
Offener Brief einer evangelischen Pfarrerin an Innenministerin Maria Fekter
Verband Österreichischer Zeitungen will Werbeverteilern und Zeitungszustellern Anstellung ermöglichen
Hoffnungslose Flüchtlingshelfer: Situation für Asylsuchende seit 22 Jahren kaum verbessert
Grüne fordern Erhöhung des Betreuungsbeitrages
61,6 Prozent in erster Instanz - EU-weit weniger als ein Drittel
Menschen, die Verwandte in Österreich besuchen wollen, scheitern oft schon am Besucher-Visum
Gerichtshof hob damit negative Bescheide im Fall zweier Mädchen auf - Verwaltungsgerichtshof: Erste Begründung sei unschlüssig
Jene neunköpfige Flüchtlingsfamilie aus Tschetschenien, die drei Jahre in der Steiermark lebte und nach Polen abgeschoben wurde, hat dort noch immer kein Quartier
Landesrechnungshof Vorarlberg prüfte Flüchtlings- und Migrantenhilfe der Caritas
In Tschetschenien Polizist und Aktienhändler, sitzt Riswan Elekhanov heute am Mexikoplatz und träumt von einer Welt ohne Öl
Die Innenministerin will die Integration fördern - etwa indem die Familienbeihilfe gestrichen wird, wenn sich Jugendliche der Ausbildung entziehen
Der VwGH-Beschluss, der Ausländer nun davor schützt, während ihres Verfahrens abgeschoben zu werden, betrifft Hunderte
Grüne: Es gibt keine Statistiken und keine Zahlen zu Anzeigen gegen Asylwerber - Werfen Fekter "Stimmungsmache" vor
Von weiteren Asyl-Verschärfungen rät Roland Schönbauer, Sprecher des UNHCR in Österreich, im Interview dringend ab
Schubhaft, Röntgen und Folgeanträge als Knackpunkte - Fragen und Antworten
Caritas-Präsident im Video-Interview: "Thema im Innenministerium offensichtlich nicht gut aufgehoben"
Bisher ist beim Asyl-GH von schnellerer Arbeit wenig zu merken - "Anfangsschwierigkeiten", betont Präsident Harald Perl
Integrationspolitik à la Fekter ist Strache mit Handtasche - von Barbara Coudenhove-Kalergi
Politisch Verfolgte beantragen Asyl, Schlüsselarbeitskräfte und Familienangehörige Aufenthalt im Rahmen des Fremdenrechts
Immer wieder gab es Zwischen- und Todesfälle von Schubhäftlingen
Welcher Verrohung jeder ausgesetzt ist, der so viel Leid protokollieren muß, ist meines Dafürhaltens übermenschlich.
Misstrauen richtet sich gegen alles und jedes - es ist wie bei der Eifersucht die mit Eifer Leiden schafft.
Trotzdem - die meisten Beamten werden bemüht sein. Etwas Schlimmeres kann ich mir nicht denken.
Erstens sind die mit dem Asylverfahren betrauten Beamten keine, wie sie es nennen, "kleinen" Beamten, sondern durchaus qualifiziert, zweitens ist mir keiner bekannt, der ein Alkoholproblem hätte, was hätte ein solches auch mit der Gewährung von Asyl zu tun, drittens entnehme ich meine politische Bildung mit Sicherheit nicht der Krone sondern einem breit gefächertem Medium zu dem auch der Standard gehört und viertens hat die Partei die ich wähle, zu der übringens nicht die FPÖ gehört, nichts mit der Entscheidung zur Gewährung von internationalen Schutz zu tun.
Rein theoretisch, die Uhr war wirklich sauteuer:
Wo steht geschrieben, dass die Asylgesetze für reiche Leute nicht gelten? Was nützt einem Asylwerber, dessen Leben bedroht ist, sein Reichtum? Soll er sich um das Geld ein neues Leben kaufen? Oder ist das Leben reicher Leute grundsätzlich weniger wert?
Von dem Fall wissen wir folgendes:
1. Die Frau gibt an, dass sie Nigerianerin ist.
2. Sie besitzt eine wertvolle Uhr, zu der sie keine Angaben machen kann oder will.
3. Ihr Asylbescheid 1. Instanz ist negativ.
Und jetzt, was schliessen Sie daraus?
Der Wert der Uhr ist übrigens schon deshalb von Bedeutung, weil die Uhr eventuell zur Deckung der Abschiebekosten beschlagnahmt und verwertet werden kann.
was hat ein asylantrag jetzt ihrer meinung nach genau mit einer teuren uhr zu tun?
mein mann war vor der flucht sehr wohlhabend in seiner heimat, hatte 2 haeuser, 2 autos und hauspersonal, ging auf eine teure privatuni,......
unter anderem verfuegte er ueber diese dinge, weil er in der politik taetig war.
und aus politischen gruenden musste er dann auch fliehen.
wie gesagt. ich sehe nicht, was reichtum oder armut mit asyl zu tun haben soll.
das katz&mausspiel existiert tatsächlich in dieser form.
allerdings auch nicht ohne grund: die meisten asylsuchende kommen per schlepper nach öst. und die guten schlepper liefern ein full inclusive service für ihre kunden: exakte anweisungen was wann wie zu sagen und formulieren ist. die schlepper kennen unsere gesetzeslage und mögliche schlupflöcher detailliert. da werden asylanten die aufgrund ihrer herkunft nie asyl bekommen würden transitrouten, landesflagge,... von ländern eingetrichtert für die sie dann doch asyl bekommen.
klarerweise wird versucht solche leute auszusieben - dadurch ergeben sich diese merkwürdig anmutende fragen.
ich bin davon überzeugt, dass schlepper ihre kunden über mundpropaganda finden - fernsehwerbung werden sie jedenfalls bestimmt nicht machen.
wenn jemand hört, dass ein freund, oder ein verwandter von einem schlepper heil nach europa gebracht wurde und derjenige auch nicht postwendend zurückschickt wurde, wird er dem schlepper eher sein ganzes erspartes geben, als einem völlig fremden, der ohne "referenzen" behauptet ihn nach .eu zu bringen.
das hindert sie aber nicht daran, bei ernsthafter gefahr selbst verhaftet zu werden, die schützlinge über die klinge springen zu lassen.
also ich finde diese verständnisfragen überhaupt nicht problematisch. wenn wer wirtschaftsstudent ist und noch nicht mal zwischen valuta und devisen unterscheiden kann, dann ist da was faul. das ist stoff vom 1.semester. und wenn ich eine 24karat saphirglasuhr hätte dann wüßt ich definitiv wieviel die gekostet hat. ich hab da eher den eindruck dass da hilfsorganisationen übers ziel hinausschießen wenn sie flüchtlinge mit gründen und argumentationshilfen briefen die dann in sich zusammenfallen weil es eben kein "bedürftiger" ist.statt flüchtlingen bräucht es mehr hilfe in den jeweiligen ländern. aber das ist ein kreislauf der eben keinen freut, weil dann würd man kaffee nicht günstiger bekommen als vor 20 jahren und es gäb keine billigwaren.
Wenn du Wirtschaftsstudent bist, und in, sagen wir, Bosnien landest, hättest du vermutlich auch Probleme, dein Fachwissen dort in der Landessprache zu erklären, selbst wenn du dich im Alltag auf Bosnisch ganz gut verständigen kannst. Ganz abgesehen davon, dss auch ein Wirtschaftsstudent einer im 1. Semester sein kann, und dass die Lehrpläne und die Abfolge des Stoffes vielleicht völlig unterschiedliche sind. Und Grund für den Asylantrag war ja wohl die politische Aktivität des Studenten - die hätte er aber, rein theoretisch, auch als Kellner oder sonstwas ausüben können. Der Beamte verliert sich hier in Nebensächlichkeiten, die für die Beurteilung keine Rolle spielen sollten.
ueber den unterschied zwischen einem asylwerber und einem wirtschaftsmigranten.
das ist ja haarstraeubend, welcher stuss hier die runde macht.
ein asylantrag hat bitte NICHTS, aber auch GAR NICHTS mit dem besitz oder der wirtschaftlichen situation eines fluechtlings zu tun!
es kann jemand millionen am konto haben und trotzdem politisch oder aus religioesen motiven verfolgt werden.
ein bisschen informieren waer schon angebracht, bevor man so einen schmarrn von sich gibt!
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