Flugzeug-Crash in Zell am See: Piloten litten an "körperlichem Defekt"

29. März 2007, 10:52
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Erstes Gutachten liegt vor

Salzburg - Nach dem Flugzeugzusammenstoß in Zell am See, bei dem am 5. März acht Menschen ums Leben gekommen sind, wurde die Staatsanwaltschaft Salzburg am Donnerstagabend über ein erstes Untersuchungsergebnis der Gerichtsmedizin informiert. Demnach litten beide Piloten an einem "körperlichen Defekt", der eventuell zu einer Handlungsunfähigkeit geführt habe, erläuterte Staatsanwältin Feichtinger der APA.

Eine Beeinträchtigung durch Medikamenteneinnahme oder Alkohol sei aber nicht festgestellt worden, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dieser "Defekt" sei medizinisch noch nicht nachweisbar. Es werde in dieser Hinsicht noch weiter ermittelt.

Am Donnerstag lag auch ein erstes Gutachten des Gerichtssachverständigen Christian Ortner vor. Dieser geht davon aus, dass sich die beiden Piloten vor dem Crash aus den Augen verloren haben. Auf jeden Fall hätten sie voneinander gewusst.

Der Pilot des Lastenhubschraubers habe gegenüber der Betriebsleiterin des Flugplatzes Zell am See bestätigt, dass er das Leichtflugzeug sehe. Danach dürfte er das Fluggerät, das in Zell am See gestartet war, aus den Augen verloren haben, gemeldet habe dies der Helikopter-Pilot aber nicht mehr. Der Pilot des Flugzeuges wiederum dürfte nicht bemerkt haben, dass sich der Hubschrauber schon in der Nähe befinde.

Nach Paragraf 19 der Luftfahrtregel obliege dem "Luftfahrzeugführer", der sich oberhalb des anderen Fluggerätes befinde, eine besondere Sorgfaltspflicht. Und das sei in diesem Fall der Helikopterpilot gewesen, weil ja das Sportflugzeug nach dem Start noch im Steigflug war, so Feichtinger. Die Auswertung des Cockpit- Voice-Recorders aus dem Hubschrauber liegt noch nicht vor. (APA)

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