Frau sein als Karrierebremse

24. März 2007, 08:00
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Internationale Studie über Chancengleichheit: Über 50 Prozent der befragten Männer meinen, erfolgreicher als ihre Kolleginnen zu sein

Wien - Das Geschlecht ist für Österreichs Frauen die Karrierebremse Nummer eins. Das ergab eine Studie des Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zum Thema Chancengleichheit, bei der über 2.200 Führungskräfte in 13 Ländern befragt wurden. 37 Prozent der in Österreich befragten Frauen wünschen sich einen flexiblen Job, um auch für ihre Familie und ihre Kinder da sein zu können.

"Überraschende Ergebnisse"

Auf die Frage, welche Faktoren ihre Karriere behindern, antworten weltweit 26 Prozent der Frauen, ihr Geschlecht. In Österreich sind es 27 Prozent. "Diese Ergebnisse sind für mich schon überraschend", sagt Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture in Österreich. "Ich hatte eigentlich gedacht und gehofft, dass unsere Gesellschaft längst einen Schritt weiter wäre. Schließlich haben Frauen weltweit bewiesen, dass Geschlechtsunterschiede im Beruf keine Rolle spielen."

Mehr als die Hälfte der befragten Männer gibt an, schneller Karriere zu machen als ihre Kolleginnen. Die österreichischen Frauen haben nicht den Eindruck, dass sie von ihren männlichen Kollegen überholt werden.

Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Ehrgeiz

Männer beginnen ihre Karriere von Anfang an selbstbewusster. So rechnen 37 Prozent beim Berufsstart mit dem Aufstieg in die Chefetage. Frauen hingegen zeigen sich in diesem Punkt zögerlich. Als Berufseinsteigerinnen glauben 15 Prozent an ihren Aufstieg.

68 Prozent der befragten Männer und 64 Prozent der befragten Frauen meinen, dass der persönliche Ehrgeiz für ein Fortkommen im Job der ausschlaggebende Faktor sei. Zwei Drittel der Frauen in Österreich sehen zudem das Durchsetzungsvermögen am Arbeitsplatz als Karrieremotor. Und nur 27 Prozent meinen, dass Networking für ihre Karriere ausschlaggebend ist. (APA)

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    Auf Stand-By: 26 Prozent der innerhalb der Studie befragten Frauen gaben an, dass ihr Geschlecht sie am Fortkommen im Beruf hemme.
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