Stiftergrab in Stift Rein öffentlich zugänglich

30. März 2007, 17:42
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Bei den sterblichen Überresten könnte es sich um jene des steirischen Markgrafen Leopold I. handeln

Graz - Seit dem Jahr 1129 leben Mönche in dem nahe bei Graz gelegenen Stift Rein - dem ältesten permanent bestehenden Zisterzienserkloster der Welt. Nun glaubt man, endlich auch das Grab des Stifters gefunden zu haben. Die vermeintlichen sterblichen Überreste des steirischen Markgrafen Leopold I. können ab Samstag im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

"Vom anthropologischen Standpunkt ist festzuhalten, dass der Annahme, dass es sich hier um Leopold I. handelt, nichts entgegensteht", erklärte die vom Stift zu Rate gezogene Anthropologin Silvia Renhart Mittwochnachmittag bei der Präsentation der nun öffentlich einsehbaren Fundstelle in der Winterkirche, der so genannten Marienkapelle östlich der Wallfahrtskirche.

Grabschächte

In einem 1,7 Meter tiefer liegenden neu entdeckten Kapitelsaal fanden sich auch einige Grabschächte, wobei vor allem das zentral gelegene Grab die Aufmerksamkeit auf sich zog. In ihm entdeckte man ein gut erhaltenes Skelett, das hier offensichtlich anstelle einer älteren Bestattung zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Sowohl der anthropologische Befund als auch die Tatsache, dass es sich um eine Sekundärbestattung handelt, lassen vermuten, dass es sich um die im 13. Jahrhundert in den Kapitelsaal umgebetteten Gebeine des steirischen Markgrafen Leopold I. handelt, der im Gründungsjahr des Stiftes 1129 gestorben und vorerst wohl an anderer Stelle in Rein "zwischenbestattet" worden war, so Manfred Lehner vom Institut für Archäologie der Universität Graz. Zur endgültigen Sicherheit seien jedoch noch weitere Untersuchungen wie u.a. eine DNA-Analyse notwendig, betonte Lehner. (APA)

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    Der Abt des steirischen Zisterzienserstiftes Rein, Petrus Steigenberger, neben dem vermeintlichen Grab des Stiftsgründers.

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