"Vollendung einer Vision"

25. März 2007, 18:29
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Jüdisches Museum München eröffnet - Eröffnungsjahr unter dem Motto "Sammelbilder"

München/Berlin - Die Eröffnung des Jüdischen Museums München ist am Donnerstag mit einem Festakt gefeiert worden. Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte bei der Feier im Alten Rathaus, das rund 13,5 Millionen Euro teure städtische Museum sei eines der bedeutendsten kommunalen Projekte der vergangenen zehn Jahre.

Gründungsdirektor ist der in Bregenz geborene Bernhard Purin, der zuvor das Jüdische Museum Fürth geleitet hat und wegen einer satirischen Schau in Konflikt mit der dortigen jüdischen Genmeinde geriet. Purin war weiters Projektleiter beim Aufbau des Jüdischen Museums in Hohenems und Kurator am Jüdischen Museum der Stadt Wien.

"Wichtiges Ereignis für Deutschland"

Die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer werteten die Museumseröffnung in München als "wichtiges Ereignis für Deutschland". Das Museum konzentriere sich auf die Vermittlung von jüdischem Alltagsleben und setze "ein Zeichen dafür, dass das jüdische Leben und die jüdische Kultur fester Bestandteil der Stadt München und unserer Republik sind", teilten sie mit.

Unter den geladenen Ehrengästen war Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie des Zentralrats der Juden in Deutschland. Neben der Synagoge, die im vergangenen November eröffnet wurde, und dem Gemeindezentrum gehört das neue Museum zum Gebäude-Ensemble des Jüdischen Zentrums in der Münchner Innenstadt.

"Vollendung einer Vision"

Es gehe um mehr als eine Museumseröffnung, es gehe um die Vollendung des Jüdischen Zentrums am Jakobsplatz, sagte Ude. Und es gehe um die Vollendung einer Vision, für die die Münchner Ehrenbürgerin Knobloch seit den 80er Jahren gekämpft habe. Das Jüdische Zentrum sei "für die Altstadt Münchens eine Bereicherung sondergleichen" und setze einen deutlichen Kontrast zum Substanzverlust vieler Innenstädte. Das Museum solle neugierig machen für jüdisches Leben und jüdische Kultur.

Neben einer Dauerschau werden in dem Museum mit rund 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche auch wechselnde Ausstellungen gezeigt - diese stehen im Eröffnungsjahr unter dem Motto "Sammelbilder", den Auftakt bilden die Schau "Die jüdische Welt und die Wittelsbacher" sowie eine Ausstellung über die Sammlung von Alfred Pringsheim, des Schwiegervaters von Thomas Mann. (APA/dpa)

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