Prominente Frauen gegen Gebärmutterhalskrebs

26. Juli 2007, 13:10
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UNESCO-Gipfel in Paris: Frauen und Mediziner gründeten Vereinigung - Ruf nach breitem Zugang zu Impfung gegen Zervixkarzinom

Paris - Prominenten Frauen aus aller Welt haben in Paris dem Gebärmutterhalskrebs den Kampf angesagt. Gemeinsam mit Medizinern und Gesundheitsexperten gründeten sie im Rahmen des ersten Weltgipfels gegen das Zervixkarzinom, an dem weltweit jährlich 500.000 Frauen erkranken und etwa die Hälfte davon daran stirbt, eine internationale Vereinigung.

Bei der Konferenz mit 600 Experten wurde einmal mehr der Ruf nach breiterem Zugang zu der seit Herbst 2006 verfügbaren, relativ teuren Impfung gegen den weltweit zweithäufigsten Krebstod bei Frauen laut.

Aufruf zu handeln

"Der Zweck der Koalition ist ein Aufruf zu handeln: bei der Aufklärung, der Früherkennung und den Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit", sagte die ehemalige Tennisspielerin Gabriela Sabatini im UNESCO-Gebäude in der Seine-Stadt. Neben ihr unterzeichneten auch Politikerinnen, Schauspielerinnen und Sportlerinnen, wie Florence Masnada, Janica Kostelic, Justine Henin und Franziska Van Almsick die Deklaration. Die österreichische Schauspielerin Katharina Stemberger wird in den kommenden Tagen einen heimischen Ableger der Vereinigung gründen.

Ursache chronische Virusinfektion

Allein in Europa sterben jährlich 15.000 Patientinnen an Gebärmutterhalskrebs, der durch eine chronische Virusinfektion verursacht wird. Jeden Tag fordert das Zervixkarzimom 40 Opfer, etwa zwei Europäerinnen sterben stündlich an der Krankheit. Acht von zehn Fälle werden allerdings in Entwicklungsländern diagnostiziert, sagte Javier Cortes, Gynäkologe und Berater im spanischen Gesundheitsministerium. "Wenn für die für Prävention, Diagnose und Behandlung der Erkrankung zehn US-Dollar (7,52 Euro) aufgebracht werden, bekommen die Entwickungsländer davon nur zwei Dollar (1,50 Euro)", berichtete er.

Hoffnung HPV-Impfung

Würden in Zukunft keine neuen Maßnahmen gegen Gebärmutterhalskrebs getroffen werden, müsse man bis 2050 mit über einer Million neuen Fällen rechnen, so Joseph Monsonego, medizinischer Direktor des "Institut Fournier" in Paris. Große Hoffnungen setzen Experten daher in die neue Impfung gegen den Hauptverursacher der Krankheit, Human Papilloma-Viren (HPV), die in über 70 Prozent der Fälle Auslöser sind.

Damit sei eine neue Ära angebrochen, so der französische Mediziner. Mit den Vakzinen, die derzeit von zwei Pharmakonzernen angeboten beziehungsweise entwickelt werden, erwarten die Ärzte 70 Prozent weniger Erkrankungen und halb so viele abnormale Krebsabstriche, so Monsonego.

Notwendiger Standard

Auch wenn die Impfung von Experten derzeit als "Goldstandard" angesehen wird, sei es "absolut notwendig", dass Frauen weiterhin zur Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen gehen, sagte Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe, vor den Kongressteilnehmern. Durch den Krebsabstrich sei in den vergangenen 20 Jahren immerhin die Häufigkeit der Zervixkarzinome um die Hälfte und die Anzahl der diesbezüglichen Todesfälle um 60 Prozent zurückgegangen, so der Wiener Gynäkologe.

Kostspielige Immunisierung

"Wir sind heute hier, um Bewusstsein zu wecken und um für optimale Prophylaxe gegen Gebärmutterhalskrebs einzutreten", sagte Peter Harper, Arzt am Londoner St. Thomas Hospital Trust. Dafür sei auch die Unterstützung von Regierungen notwendig. Derzeit wird die Impfung in den USA von der öffentlichen Hand bezahlt. In vielen Ländern Europas laufen Gespräche mit Verantwortlichen. Auch in Österreich soll die kostspielige Immunisierung finanziert werden, hofft Paul Sevelda. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky arbeite man an Lösungen, sagte er. (APA)

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    Gabriela Sabatini (Foto), Franziska Van Almsick oder die Österreicherin Katharina Stemberger setzen sich für die Gebärmutterhalskrebs Initiative ein.

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