Windows Vista-Bann bei US-Behörden

23. Juli 2007, 12:49
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Das renommierten US-amerikanische National Institute of Standards and Technology will erst noch abwarten und testen

Das renommierte US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) hat bis auf weiteres das neue Microsoft-Betriebssystem Windows Vista von seinen Rechnern verbannt, so der CIO des NIST, Simon Szykman, gegenüber CNet.

Standard-Prozedur

Es handle sich dabei jedoch um eine Standard-Prozedur, so Szykman weiter. Beim NIST, welches sich unter anderem um Themen wie Kryptographie für den Einsatz in der Regierung annimmt, wird das Betriebssystem nun ausführlich geprüft und getestet. Erst wenn klar und sichergestellt ist, dass Vista die Anforderungen erfüllt und die Bedürfnisse beim NIST befriedigen kann, wird es auch auf die Rechner kommen. Das NIST reiht sich damit in eine Reihe von staatlichen Organisationen ein, die bis auf weiteres auf den Einsatz von Windows Vista verzichten.

Viele Tests

Es ist nichts Ungewöhnliches, dass große Organisationen nicht gleich auf den fahrenden Zug aufspringen, sondern erst viele Tests durchführen, bevor ein Wechsel durchgeführt wird. Die gleiche Vorgehensweise gab es etwa auch, als Windows XP beziehungsweise das Service Pack 2 für Windows XP eingeführt wurde.

Busines as usual

Simon Szykman zeigt sich gegenüber CNet überrascht, dass viele US-Medien, die NIST-Entscheidung auf Windows Vista vorläufig zu verzichten, als einen großen Schlag ins Gesicht des Softwarekonzerns bezeichneten. In Wahrheit, so Szykman, ist dieses Vorgehen Business as usual. Derzeit rechne man beim NIST auch damit, dass viele der PCs später unter Vista laufen werden.

Über die weitere Vorgehensweise, die getätigten Überlegungen und die Zukunft von Vista beim NIST, gab Szykman dem US-Newsdienst in einem Interview Auskunft. Auf die Frage, was seine derzeitige Meinung über Vista sei, meint Szykman: "Unsere Policy lautet, dass wir es unseren AnwenderInnen derzeit nicht gestatten Windows Vista zu installieren oder auszuliefern. Wir betrachten diese als eine interne Regelung mit Ablaufdatum, die uns Zeit geben soll Windows Vista ausführlicher zu testen."

Office 2007

Ob es entsprechende Policies auch beim Einsatz von Office 2007 gäbe, verneint Szykman. Allerdings werde Office 2007 noch nicht beim NIST ausgerollt, aber die AnwenderInnen können dies auf ihren Maschinen selbst installieren, wenn gewünscht. Beim Internet Explorer 7 läuft es anders: "Wir haben die AnwenderInnen angewiesen nicht auf den IE7 umzusteigen und blocken Downloads und automatische Updates des IE7. Auch hier handelt es sich um eine zeitlich beschränkte Maßnahme, die nach den Tests von Interoperabilität und Kompatibilität abgestellt werden sollte. Derzeit ist es aber noch nicht möglich zu sagen, ob alle Anwendungen, die unter dem IE6 liefen, dies auch unter dem IE7 tun."

Test und Test

Laut Szykman dauern entsprechende Testläufe bis zu einigen Monaten. Erst dann können Probleme weitgehend ausgeschlossen werden. Zudem muss man auch Abwarten was die Hersteller selbst in dieser Zeit entwickeln, also welche Updates in dieser Testperiode erscheinen. Während der Tests werden unterschiedlichste Bereiche untersucht; so etwa ob Vista mit den installierten Anwendungen und dem Netzwerk zusammenspielt, die Interoperabilität zu anderen Programmen gewährleistet ist und welche Fragen in Bezug auf das Thema Sicherheit aufgeworfen werden.

Treiber und Training

Daneben müsse es auch ausreichend Treiber für die Hardware geben und die Belegschaft muss entsprechend geschult und trainiert werden, damit man etwaige Probleme und Anfragen lösen kann. Diese Tests sind einfach notwenig, wenn man kritische Anwendungen laufen hat, so der CIO. Szykman sieht in den Encryption-Fähigkeiten von Vista einen großen Nutzen aus Sicht der behördlichen AnwenderInnen. Noch könne man noch nicht genau sagen, wie effektiv diese Maßnahmen sind, aber es gibt einen wachsenden Bedarf an entsprechenden Lösungen.

Betriebsystem-Mix

Im NIST würden unterschiedliche Betriebssysteme eingesetzt werden, neben dem hauptsächlich verwendeten Windows, auch Linux, Apple und andere Unix-Derivate. Auf die Frage, ob es überhaupt Sinn mache auf Vista umzusteigen, wenn XP funktioniere, meint Szykman: "Es ist alles eine Frage der natürlichen Lebensdauer in der IT. So läuft das Geschäft nun einmal. Die Hardware wird erneuert, die Software auch, Anwendungen werden überarbeitet und das Betriebssystem wird auf den neuesten Stand gebracht."(red)

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