FH-Rats-Chef fordert Änderung des FH-Gesetzes

13. Juli 2007, 11:54
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März für Valorisierung der Normkosten - Mehr Kompetenz des FH-Rats in Standortfragen und bundesweite FH-Studentenvertretung

Wien (APA) - Nach 14 Jahren Fachhochschulen (FH) in Österreich sei es nun an der Zeit zu schauen, "ob es nicht notwendig ist, die formalen und materiellen Rahmenbedingungen anzupassen", erklärte der seit November 2006 amtierende Präsident des Fachhochschulrats (FHR), Leopold März, in einer Pressekonferenz in Wien. März sprach sich für eine Änderung des FH-Studiengesetzes aus, will dem FHR mehr Kompetenz in Standortfragen geben, ist für eine Valorisierung der vom Bund pro Studienplatz zur Verfügung gestellten "Normkosten" und für eine bundesweite Studentenvertretung im FH-Bereich.

"Bedarfsgerechter Ausbau

März spricht sich für eine Fortführung des "bedarfsgerechten Ausbaus" des FH-Sektors aus. Als "Richtschnur" sollte das derzeitige Tempo von 300 zusätzlichen Anfängerplätzen auch nach Ende des Entwicklungsplans 2010 fortgeführt werden, wobei auch "Konsolidierungsschritte notwendig" seien. "Ein Ausbau unter 100-prozentiger Wahrung des Bestehenden wird nicht möglich sein", so März.

Inflationsanpassung

Das bereits bestehende Konzept der Studienplatzbewirtschaftung - nur eine bestimmte Zahl an Studienplätzen wird staatlich finanziert - sollte nach Meinung März' beibehalten werden. Und es sei notwendig, die seit 1993 unveränderten Normkosten - pro Student erhalten die FH vom Bund je nach Studiengang (außer im von den Ländern finanzierten Gesundheitssektor) zwischen 5.800 und 6.900 Euro - zu valorisieren. Zumindest eine Inflationsanpassung sei nötig, das wäre ein Plus von rund 30 Prozent.

Für den FH-Rat, der derzeit für die Akkreditierung von Studiengängen zuständig ist, fordert März mehr Kompetenz in Standortfragen. "Wir müssen darauf achten, dass auch bei Neugründungen kritische Massen erreicht werden", noch immer gebe es "lokal- und regionalpolitische Sehnsüchte" nach einem FH-Studiengang, die zu Neugründungen auf der grünen Wiese führten. Der FHR-Chef spricht sich hier für eine Stärkung der Position des FHR gegenüber den Studiengang-Erhaltern aus. Im Gegenzug könnte man die Regelungsdichte bei der Akkreditierung von Studiengängen zurücknehmen.

Bundesweite Vertretung für FH-StudentInnen

März, selbst Professor an der Universität für Bodenkultur und viele Jahre deren Rektor, ist weiters für eine verbesserte Beziehung zwischen Unis und FH sowie für ein "Optimum an Durchlässigkeit" zwischen den beiden Welten. Weitere Forderungen des FHR-Chefs: eine bundesweite Vertretung der FH-Studenten "nicht unbedingt unter dem Dach der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH)" und den Ausbau des Rechtsschutzes für FH-Studenten, einen besseren Zugang zu FH für Menschen aus Lehrberufen, die Beseitigung der dienst- und besoldungsrechtlichen Ungleichbehandlung von FH-Absolventen, die z.B. im Bundesdienst nicht A-wertig sind.

Funktion der Hochschule

Nicht in seiner Funktion als FHR-Chef, sondern als "erfahrener Mann der Uni" vermisst März in der österreichischen Bildungsdiskussion die Frage, was Bildung sein soll: "Wir sollten uns nicht auf die technische Ebene mit Zahlen und Fakten beschränken, sondern auch überlegen, was die Funktion einer Hochschule im 21. Jahrhundert ist. Wenn man von Ausbildung Bildung wegnimmt, bleibt Aus." Man müsse sich vielmehr fragen, welche Bildung man von Akademikern verlange.

Mehr FH-StudentInnen

Laut kürzlich veröffentlichten Daten der Statistik Austria erreichte die Zahl der FH-Studenten im laufenden Studienjahr mit rund 28.500 Personen - um zehn Prozent mehr als im Jahr davor - einen neuen Rekord. Ansteigend auch der Frauenanteil, der bei 43 Prozent liegt. Von 18 FH-Erhaltern werden derzeit 194 Studiengänge (inklusive auslaufende Diplomstudiengänge sind es knapp 200) angeboten, davon ein Drittel in berufsbegleitender oder zielgruppenspezifischer Organisationsform. (APA)

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  • FH-Rats-Chef März tritt für eine Änderung des FH-Gesetzes ein. Im Bild: FH Hagenberg.
    foto: fh hagenberg

    FH-Rats-Chef März tritt für eine Änderung des FH-Gesetzes ein. Im Bild: FH Hagenberg.

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