Emmy-Organisatoren streiten über New-Media-Award

3. April 2007, 10:06
posten

Los Angeles gegen New York - Prime-Time oder Breitband? - Ist die Zeit reif für Auszeichnungen im Bereich von Internet und Handy-Videos?

Die Organisatoren der Emmy-Awards streiten sich heftig über die Einführung eines New-Media-Preises. Während die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) mit Sitz in Los Angeles wenig von einem New-Media-Award hält, macht sich die National Academy of Television Arts & Sciences (NATAS) mit Sitz in New York für eine Vergabe stark. Beide Organisationen sind gemeinsam für die jährlichen Emmy-Verleihungen verantwortlich, verfolgen aber mitunter verschiedene Ziele. In New York hält man die Zeit reif für Auszeichnungen im Bereich von Internet und Handy-Videos, in Los Angeles hingegen fürchtet man um die ehrwürdige Marke des Emmy-Awards, berichtet das Wall Street Journal.

Verwirrung

Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Organisationen, die bis 1977 zusammengehörten, spiegelt die aktuelle Verwirrung auf Seiten der klassischen Medien im Umgang mit der digitalen Zukunft wider. Erst vor wenigen Tagen hatte YouTube verlauten lassen, eigene Video-Awards zu verleihen. Hinter solchen Aktionen wollen traditionelle Medien natürlich nicht zurückbleiben. So diskutieren ATAS und NATAS nun bereits seit vergangenem Jahr über die Einführung einer adäquaten New-Media-Kategorie bei den Emmy-Awards.

Breitband-Preis

Geplant war ursprünglich ein eigener Breitband-Preis, der von beiden gemeinsam entwickelt werden sollte. Doch vergangene Woche vollzog sich bei der Westküsten-Fraktion, die für die Vergabe der Prime-Time-Awards verantwortlich ist, ein plötzlicher Sinneswandel. Weil die Networking-Plattform Myspace zugestimmt hatte, die Breitband-Awards der NATAS zu sponsern, fürchtete ATAS um die Qualität der Emmys und eine Verleihung an Amateure. In New York wiederum beharrt man darauf, dass MySpace nur dem Werbezweck diene und die Awards auch im Breitband-Bereich von Profis vergeben würden.

Einheitliche Regelung

Grundsätzlich wollen beide Organisationen eine einheitliche Regelung für die Vergabe von Preisen im New-Media-Segment. ATAS selbst hatte im vergangenen Jahr im Grunde einen Breitband-Award verliehen. Nominiert war eine Handyversion der Serie "24" - allerdings unter dem Deckmantel "Prime-Time". Dennoch sind die Bedenken an der Westküste größer und die Verantwortlichen wünschen sich verstärkten Schutz der Marke Emmy.(pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.